- Reform

Georg Herwegh - Werke und Briefe. Kritische und kommentierte Gesamtausgabe

Ingrid Pepperle: Georg Herweghs unbekannte Korrespondenzen aus Paris 1848 in Arnold Ruges Berliner Zeitung „Die Reform“, in: Vormärz und Klassik, hg. v. Lothar Ehrlich, Hartmut Steinecke u. Michael Vogt, Bielefeld 1999, S. 265-275.

Ich möchte in meinem Beitrag über neuaufgefundene Texte sprechen, die Herwegh als Korrespondenzberichte aus Paris im Revolutionsjahr 1848 in Ruges Zeitung Die Reform veröffentlichte. Über ihre Bedeutung seien gleich eingangs zwei Thesen vorangestellt:

1. Diese Texte können weiter dazu beitragen, lang tradierte Klischees über Herwegh zu beseitigen und zwar Klischees dahingehend, daß der Dichter - wie nach der verunglückten Deutschlandreise im Jahre 1842 - auch nach dem gescheiterten Freischarenzug vom April 1848 und der anschließenden Kampagne gegen ihn, in Lethargie und Untätigkeit verfallen wäre.

2. Die Materialien sind geeignet, den theoretisch-politischen Standpunkt Herweghs in der Revolutionszeit aber auch darüber hinaus genauer zu bestimmen.

Zur Auffindung kann ich sagen, daß es nicht so aufregend zuging, wie sonst in solchen Fällen oft üblich. Schon 1896 hatte Marcel Herwegh bei der Veröffentlichung von Herweghs Briefwechsel aus dem Jahre 1848 zwei Briefe von Ruge an Herwegh aufgenommen, die eindeutig auf diese Korrespondenzen hinwiesen. In einem vom 26. August forderte Ruge Herwegh zu Schilderungen der „Pariser Lage und der neuen kommenden Revolution“ auf, in dem anderen vom 1. November bestätigte er ihm, daß seine Briefe wichtig seien und so wie sie ankommen auch immer gleich gedruckt würden.[1] Ich brauchte also nur die sehr seltene und nirgendwo vollständig vorhandene Zeitung aufzufinden und nach diesen Beiträgen zu suchen. Da der Zeitraum in Ruges Briefen angegeben war, war es nicht schwer, sie unter anderen Berichten aus Paris unter dem Signum h Paris auszumachen, Korrespondenzen, die auch durch Stil und Inhalt als Herweghs Texte zu erkennen waren. Es gibt zudem das Signum h Paris nur in dem durch die Briefe ausgewiesenen Zeitraum und nachdem Herwegh in der redaktionellen Erklärung vom 22. August 1848 neben anderen Persönlichkeiten als Mitarbeiter benannt worden war.[2]

Bevor ich auf den Inhalt eingehe, möchte ich etwas zum Charakter der Reform sagen und auch dazu, warum Herwegh in dieser Zeitung schrieb, was durchaus zu hinterfragen ist.

Es ist bekannt, daß beim Zerwürfnis zwischen Marx und Ruge im Frühsommer 1844 Herwegh zwar nicht die entscheidende, aber doch eine Rolle spielte. Ruge hatte Herwegh damals heftig attackiert, ihm Sybaritismus, Blasiertheit, einen ruinösen Lebenswandel vorgeworfen und ihn Marx gegenüber sogar einen „Lumpen“ genannt.[3]
Auch wenn man die Entwicklung von Ruges Gesellschaftstheorie seitdem ins Auge faßt, zeigen sich weiterhin Gegensätze zu Herwegh; ein Indiz dafür: Ruges Standpunkt war damals vor allem in den beiden Bänden Zwei Jahre in Paris  von 1846 manifest geworden.[4] Heine bat Herwegh, ihm das Buch zu schicken. Herwegh übersandte es am 1. oder 2. April 1846 mit der einen beigefügten sarkastischen Bemerkung: „Hier das Rugesche Buch, das eigentlich am ersten April hätte erscheinen sollen“.[5] Was hinter dieser Anspielung sachlich steckt, läßt eine schlagwortartige Zusammenfassung von Ruges damaligem Standpunkt deutlich werden:

1. Ruge lehnte die nach der Auflösung des Linkshegelianismus im Jahre 1843 entstandene Bruno Bauersche Richtung ab und nannte ihre Vertreter nur die „modernen Sophisten“ (womit er m. E. deren Tendenz zu einer Jakob Burckhardt und Nietzsche analogen Kultur- und Zivilisationskritik allerdings wie viele andere damals nicht gerecht wurde).

2. Das Urteil gegenüber dem wahren Sozialismus einerseits und der Marx-Engelsschen Richtung andererseits war differenzierter. Ruge war durchaus der Meinung, daß das Grundproblem der Zeit nicht nur in der Erkämpfung der politischen Emanzipation besteht. Er war auch für eine grundsätzliche Reorganisation der ganzen Gesellschaft, in der, wie er einmal schrieb, nicht das unverjährbare Recht des Menschen, sondern das Eigentum Prinzip ist. In dieser Hinsicht hat er sogar geäußert, daß die sozialistische Bewegung in dem, was sie kritisiert, im großen und ganzen eigentlich recht hat. Was fehlt, wäre der konstruktive Ausweg. Und Ruge meinte, das gelte für alle bisherigen sozialistischen Vorschläge, einschließlich derjenigen, die er in Frankreich kennengelernt habe. Über sie fallen dann die vielfältig herben Urteile: „Traum“, „diesseitiges Christentum“, das wie dieses in dieser Welt nicht zu realisieren sei, utopisch, nicht praktikabel, nicht frei von einer Tendenz zu Gewalt und Fanatismus, vielfach auch beherrscht von einer nicht klaren Einsicht in die Bedeutung der politischen Emanzipation. Allgemein weltanschaulich wird dabei gegenüber dem Sozialismus noch betont, der Egoismus sei unaufhebbar, das Ziel der Emanzipation sei der Einzelne und nicht eine mysteriöse „Gemeinschaft“, das Eigentum wäre nicht Wurzel der Zwietracht, sondern Basis der Freiheit.

3. Um die Selbstbestimmung des Menschen zu sichern und alle Abhängigkeitsverhältnisse aufzuheben, entwickelte Ruge selbst die Idee einer Art genossenschaftlichen Sozialismus, die sich erstmals in dem genannten Buch findet und später in der Schrift aus der Revolutionszeit Die Gründung der Demokratie in Deutschland[6] zu einer in sich geschlossenen Konzeption ausgebaut wird. Nach ihr sollen sich „Associes“ bilden, in denen der Mensch Eigentümer, Arbeiter und Unternehmer in einer Person ist. In dem auf dieser Grundlage entstehenden System bleiben Konkurrenz, Warenproduktion, Marktverhältnisse und was damit zusammenhängt erhalten.

4. Ruge vertrat die Auffassung, gleichgültig wie immer ein neues soziales System konstituiert sei, unabdingbare Voraussetzung bleibt die demokratische Republik. Kein Eingriff in das Reich der Bedürfnisse, sagt Ruge, der nicht als ein politischer Akt gedacht werden müßte.

Soweit ich Herwegh kenne, hat er zumindest die gegen den Sozialismus gerichteten Auffassungen nicht geteilt. Er dachte hier wie sein Freund Ludwig Feuerbach, der Ruges Abwendung von der sozialistischen Strömung deutlich mißbilligt hat.

Schließlich ist darauf hinzuweisen, daß auch noch zu Beginn der Revolution erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Herwegh und Ruge nachweisbar sind. So hat Ruge auf Herweghs briefliche Anfrage vor dem Freischarenzug, was man in Deutschland vom Unternehmen halte, geantwortet: unbewaffnet herzlich willkommen, bewaffnet jedoch ohne jede Aussicht auf Erfolg.[7] Herwegh umgekehrt hat in dieser Zeit Heinrich Oppenheim, dem Mitherausgeber der Reform, in einem Brief in außergewöhnlicher Derbheit zugesetzt, indem er ihm und seinen Freunden vorwarf, daß sie aufgrund ihrer Inkonsequenz und Tatenlosigkeit die Revolution nicht weitergetrieben und dadurch die Republik verspielt und die deutsche Geschichte wieder verpfuscht hätten.[8]
Bei diesem Stand der Beziehungen ist also die Frage legitim, warum Herwegh an der Reform mitarbeitete. Meine Antwort geht dahin, daß die Revolution nicht nur Fronten schroffer hervortreten ließ, sondern auch Kräfte wieder verbunden hat. In diesem Sinne ist Herwegh m. E. dem Grundsatz gefolgt, der in den Korrespondenzberichten ausgesprochen ist, nämlich daß die Situation das Bündnis zwischen „radikalen Demokraten“ und „sozialistischen Demokraten“ verlangt, während er andererseits - er hatte die Reform nachweislich vor seiner Mitarbeit gehalten - offenkundig Ruges Anspruch akzeptierte, mit ihr der radikalen Demokratie in Deutschland ein Organ geschaffen zu haben.[9]

Ob und auf welche Weise die Zeitung, die vom 1. April bis 14. November 1848 erschien, diesem Anspruch gerecht geworden ist, darüber möchte ich mich nicht festlegen. Meines Wissens hat bis jetzt noch niemand Ruges Beiträge in dieser Zeitung untersucht, geschweige daß eine Analyse des ganzen Organs vorläge. Das beste, was wir darüber besitzen, ist die Dissertation von Gustav Lüders aus dem Jahre 1909.[10] Er hat die demokratische Bewegung im Oktober 1848 in Berlin untersucht und dabei ausgiebig die Reform ausgewertet. Faßt man das in dieser Arbeit, vor allem im Zusammenhang mit dem 2. Demokratenkongreß Gesagte zusammen, nimmt man dazu das in der Reform Nr. 48 vom 19. Mai formulierte Programm mit der Orientierung auf die republikanische Staatsform[11], weiter die Zusammensetzung des Redaktionskollegiums und die genannten Mitarbeiter, darunter d’Ester, Johann Jakoby, Eduard Meyen, Stephan Born, Brill, Bakunin, Cieskowski, Friedrich Köppen, Julius Fröbel, Freiligrath, Herwegh, Treichler, Karl Heinzen, Hexamer, Gustav Siegmund (der Schwager Herweghs), Albert Fränkel, Semrau[12], dann kann man sicher sagen, daß die Reform nach der Neuen Rheinischen Zeitung eine der linkesten Organe während der Revolution war.

Damit zu den Beiträgen Herweghs selbst: Es handelt sich um dreizehn Artikel, jeweils von zwei bis drei Manuskriptseiten, insgesamt 48 Seiten. Sie entfallen auf die Zeit zwischen dem 23. August und dem 8. November 1848. Es ist dies jener Zeitraum nach der Pariser Juniinsurrektion mit dem Ausnahmezustand, dem Terror der allgemeinen Unterdrückung, in dem die alten Gegensätze zwischen den verschiedenen Klassen und sozialen Schichten erneut aufbrechen und sich Bewegung verschaffen; jene Zeit, in der alles von Cavaignac, dem Repräsentanten der republikanischen Bourgeoisie, abfällt und Legitimisten, Orleanisten, Bonapartisten mit der Großbourgeoisie auf der einen Seite die royalistische Restauration verfolgen und auf der anderen das Kleinbürgertum, die Bauern ihre Enttäuschung artikulieren und die Arbeiterschaft sich wieder zu regen beginnt: jene Zeit auch, in der die Annahme der Verfassung mit der Nationalversammlung und dem vom Volk direkt gewählten Präsidenten bevorsteht und Nachwahlen schon den Schatten der Wahl Louis Napoleons vorauswerfen. Herweghs Berichte sind eine gut beobachtete Schilderung dieser Situation, dabei durchsetzt mit bedeutsamen theoretischen Reflexionen und wichtigen Positionsbestimmungen.

Die Artikel können grob in drei Gruppen geteilt werden, zumal auch zweimal Abstände von ungefähr einem Monat zwischen ihnen liegen. Den Anfang macht ein isoliert stehender Beitrag, in dem Herwegh über einen bevorstehenden Friedenskongreß des Vereins zur allgemeinen Verbrüderung in Paris berichtet, der Mittel und Wege beraten soll, um einen obersten Gerichtshof der Nationen zur Beilegung ihrer Zwistigkeiten zu schaffen. Er informiert darüber, daß der Verein in England und Amerika bereits jeweils mehr als zwanzigtausend Mitglieder habe, seine Agitation jetzt auch auf die übrigen Länder ausdehne und daß in dem Einladungsschreiben auch Ruges Vorschlag in der Paulskirche für einen Kongreß zur Beratung über die Entwaffnung Europas aufgegriffen wurde. Herweghs Kommentar: Obwohl die Motive des Vereins religiöser Natur sind, ist das humanistische Anliegen zu unterstützen. Ein schwerer Irrtum wäre nur der Glaube, daß dadurch schon jetzt der Krieg abzuschaffen wäre: Der „letzte Krieg“ muß noch geschlagen werden, der Krieg gegen die, welche Nationen gegen Nationen zur Feindschaft hetzen, der Krieg der Demokratie gegen die Aristokratie. Die Föderation der Völker Europas ist nur möglich, wenn in Europa die Demokratie gesiegt hat.[13]

Bei der zweiten Gruppe handelt es sich um eine Artikelserie vom 20. bis 27. September 1848, in denen sich alles um die Nachwahlen zur französischen Nationalversammlung und den damit verbundenen und schon genannten politischen Aufbruch handelt. Herwegh beschreibt zunächst zutreffend das Ende der „leichenähnlichen Ruhe“ - um einen Ausdruck Lorenz von Steins zu gebrauchen - die sich über die sonst so lebendige Hauptstadt gelegt hatte, und den stattfindenden Stimmungsumschwung. Paris, heißt es, zeigt „wieder einmal jenen fieberhaft aufgeregten Charakter“, den es unter dem Belagerungs­zustand fast ganz verloren hatte, das Volk mache seiner Wut Luft, wir werden einen „schönen Herbst“ bekommen usw. Über den Ausgang der Wahlen ist Herwegh mehr als zuversichtlich: Das Volk ist „einig, wunderbar einig“, es macht sich die Lehren der jüngsten Vergangen­heit zunutze, Cavaignac verliert täglich mehr an Terrain, das Volk wird siegen. Das Wahlergebnis wirkte dann ernüchternd: Herwegh hatte zwar recht, die Republikaner brachten keinen Kandidaten durch, gewählt wurden mit Raspail ein konsequenter Linker, aber eben auch zwei Royalisten, Achille Fould, der „Mann der Börse“, und Louis Napoleon (und letzterer dazu noch mit den meisten Stimmen).

Vier Gedanken halte ich aus diesen Beiträgen für hervorhebenswert: 1. Herwegh grenzt sich in ihnen entschieden ab von der bestehenden Form der Republik. Diese Republik der „anständigen und honetten Leute“ sei diejenige Republik, „welche die Klassen-Herrschaft, die Geld-Herrschaft und den Kasten-Egoismus für ewige Zeiten begründen will“, und die sich „bei jeder Gelegenheit schmutzig und gemein gezeigt hatte“.[14] Ihr stellt Herwegh die „demokratisch-soziale“, die republique rouge entgegen. 2. Herwegh legt dar, daß von der herrschenden Fraktion der Bourgeoisie für die Freiheit nichts mehr zu erwarten ist, daß sie die Republik an die royalistische Reaktion ausliefert und der entscheidende Kampf zwischen den Massen des Volkes und den Royalisten stattfinden wird. 3. Die Beiträge liefern eine Erklärung für Louis Napoleons Wahlerfolg, insofern vor allem die Soldaten, die Bauern der Provinz und andere vom herrschenden Regime Enttäuschte ihm die Stimme gegeben hätten, so daß abermals die Regierung Cavaignac, besonders durch ihre Steuerpolitik die Schuld zufällt, wenn eine so gefährliche Situation entstanden ist. 4. Schließlich versucht Herwegh, angesichts des fatalen Wahlergebnisses seine deutschen Leser zu ermutigen (wohl auch sich selbst), indem er ihnen auseinandersetzt, daß sich die Demokraten nicht durch „das krause Detail der Tagesgeschichte, ihre Fluktuationen, ihr scheinbares Vorwärts- und Rückwärtsschreiten (...) verwirren“ lassen dürfen, sondern immer das große Ziel vor Augen zu halten haben, das einen langen Atem verlangt. Das, meint er, wird uns vor übermäßiger Niedergeschlagenheit ebenso bewahren wie vor übermäßiger Freude und uns eine gewisse Heiterkeit der Seele erhalten.[15]
Die dritte Gruppe erfaßt dann die Beiträge aus der Zeit vom 21. Oktober bis zum 8. November 1848 - m. E. die wichtigsten und interessantesten der Korrespondenzen. Im Mittelpunkt steht die inzwischen veränderte und fortgeschrittene Situation: die Verfassung wird verabschiedet und tritt am 4. November 1848 in Kraft, die Ordnungsparteien drängen auf schnellstmögliche Wahl des Präsidenten, der Ausnahmezustand wird aufgehoben (von Herwegh als geschickter Schachzug einschätzt), der Ruf nach dem starken Mann, der Ruhe und Ordnung garantieren soll, wird lauter. Wichtig sind zunächst schon jene Beiträge, in denen Herwegh Stellung nimmt zu dem Bemühen um ein Bündnis zwischen der demokratischen und der demokratisch-sozialistischen Partei. Er identifiziert sich in diesem Zusammenhang mit dem Ausspruch Leroux’: „ein echter Demokrat ist notwendig Sozialist, ein Sozialist notwendig Demokrat“. Er nimmt Stellung zum Scheitern dieser Bemühungen sowie zum Aufstand in Wien, wobei er „revolutionäre Maßnahmen im großen Stil“ vermißt, „große Fehler“ begangen sieht und generell meint, das Volk zeige sich, wie immer, zu generös. „Es fürchtet und sorgt“, schreibt er, „mehr für das Leben seiner Gegner, als für sein eigenes“.[16]

Das Entscheidende ist jedoch, daß Herwegh die Wahl Louis Napoleons voraussagt und sie als ein Verhängnis betrachtet. „So weit man während einer Revolution, in der das Unvorhergesehene die größte Rolle spielt“, schreibt er, „Etwas berechnen kann, ist die Wahl des Helden von Straßburg und Boulogne gesichert“.[17] Und warum ein Verhängnis? Nun: „Cäsar erwartet uns“.[18] „Der Präsident“, heißt es weiter, „ist entweder null oder er greift über, und zwingt die Konstituante, sich ganz zurückzuziehen, oder auf französisch, er jagt dieselbe zum Teufel“.[19] An anderer Stelle bringt er seine Auffassung mit dem allgemeinen Wahlrecht in Verbindung: Das suffrage universel! das allgemeine Stimmrecht! Sie appeliren Alle daran, und hassen es Alle, diejenigen, die es durchgesetzt haben, vielleicht noch mehr als diejenigen, die sich demselben so hart­näckig und beharrlich widersetzten. Das allgemeine Stimmrecht, das uns mit einem Male im Sprung in das gelobte Land der Freiheit bringen sollte, ist eine fürchterliche Waffe gegen uns in den Händen der Reaktion geworden. Das giebt zu denken, nicht gegen das Prinzip aber wohl gegen dessen verkehrte Anwendung. Ein Präsident, aus der Wahl von acht Millionen Menschen hervorgegangen! das ist kein König, das ist mehr als ein König. Man muß Gott und das Volk nicht versuchen.[20]
Worauf gründet Herwegh seine Prognose? Trotz des knappen Raumes in den Beiträgen sind seinen Überlegungen sehr deutlich zu entnehmen: die Rolle der republikanischen Bourgeoisie mit dem äußerst negativ charakterisierten Lamartine an der Spitze, die Macht der großen Zeitungen, das russische Geld, aber auch - das ist zu betonen - die Rolle des Volkes, über die Herwegh jetzt anders spricht als am Anfang seiner Beiträge. Denn in den letzten Korrespondenzen ist nunmehr zu lesen: Die Franzosen haben einen Herren gewollt, man wird ihn uns geben.
Die Erfahrungen, die damals mit dem allgemeinen Wahlrecht gemacht wurden, insbesondere der Schock, der in diesem Zusammenhang vom Aufstieg Louis Napoleons zum Kaiser der Franzosen ausging, hat seit dem Dezember 1848 zu vielfältigen Reaktionen auf die  Situation und zu Reflexionen über sie  geführt. Das läßt sich auch bei zahlreichen Vormärzdemokraten, Dichtern wie Denkern nachweisen, die mitunter zu Schlußfolgerungen in einem weit darüber hinausgehenden Sinne kamen. Wie Herwegh reagiert, geht schon aus dem obigen Zitat hervor. Diese Bemerkung ist jedoch nicht die einzige. In der Reform findet sich noch eine andere, prinzipiellere, die ich trotz der Länge vollständig zitieren möchte und mit der ich zum Schluß komme. Sie zeigt, daß es Herwegh nicht nur um die leicht erklärbaren Manipulationen geht, wie Versprechungen, Täuschungen u.a., sondern schon um grundsätzliche Probleme, wie um die Frage der direkten oder indirekten Demokratie, des imperativen Mandats, Probleme, die in der Folgezeit vielfältig diskutiert wurden. Die Passage lautet: Auch die Panacee, das allgemeine Stimmrecht, das in der Zukunft alle Schäden heilen und alle Unebenheiten eben machen soll, will nicht mehr recht wirken. Diese Errungenschaft ist allerdings groß und das Volk wird sich dieselbe nur mit seinem Leben wieder entreißen lassen; aber das allgemeine Stimmrecht, dieses ungeheure Triebrad, hat bis jetzt schlecht funktioniert in der kleinlichen bureaukratischen Maschine von gestern. Woran liegt es, daß noch keine Versammlung weniger der Ausdruck des Gesamtwillens gewesen, als diese erste aus dem allgemeinen Stimmrecht hervorgegangene? Die Frage ist wichtig auch für Deutschland, das ja zu ähnlichen Resultaten gekommen ist. Das allgemeine Stimmrecht ist noch anarchisch und erst zu organisieren, um den gewünschten Erfolg damit zu erzielen. Oder ist es nicht Anarchie, wenn hier ein Repräsentant mit 2000 Stimmen gewählt wird, während er dort mit 60 und 70000 durchfällt? Hand in Hand mit dem allgemeinen Stimmrecht muß eine neue Wissenschaft der Politik gehen, die es mit der Untersuchung und Erforschung der positiven Gesetze zu tun hat, nach welchen eine Repräsentation zustande gebracht werden kann, die nicht mehr, wie alle bisherigen, nur der illusorische Ausdruck des Volkswillens ist. Daraus wird sich auch ein neuer Begriff von Repräsentation ergeben, ihr Umfang, ihre Schranken, die beide nicht mehr dieselben sein können, wie gestern im konstitutionellen Staate mit Zensus, ohne Volkssouveränität, ohne allgemeines Stimmrecht. Will sich das Volk in seinen Repräsentanten eine neue ihm gegenüberstehende, es dominierende Macht schaffen, 200, 400, 800 von ihm unabhängige Despoten? Entäußert sich das Volk, indem es seine Repräsentanten wählt, seiner eigenen Souveränität? Oder läßt es sich nur repräsentieren, vertreten, für alle Fälle, wo es nicht sein, nicht in Masse auftreten kann? Ist nicht alle Repräsentation eine, wenn auch aus rein mechanischen Gründen notwendige Entsagung, die mit zunehmender Bildung und Selbständigkeit auf ein geringeres Maß zurückgeführt werden muß? Lauter Fragen, auf die der alte konstitutionelle Dilletantismus nicht einzugehen liebt.[21]


[1] Briefe von und an Georg Herwegh: 1848. Hg. M. Herwegh. München, 1896, S. 239-241.

[2] Herwegh hat auch später das Signum h vor dem Berichtsort angewandt, beispielsweise in seinen Berichten im Beobachter (Stuttgart), die mit h-Zürich signiert sind. Zur Benennung von Herwegh als Mitarbeiter der Reform siehe die in Anm. 12 zitierte Ankündigung in Nr. 129 vom 22. August 1848.

[3] A. Ruges Briefwechsel und Tagebuchblätter aus den Jahren 1825-1880. Hg. P. Nerrlich. Berlin, 1886. Vgl. Bd. 1, S.345, S. 349-351, S. 352, S. 354, S. 358-359.

[4] Ruge, A. Zwei Jahre in Paris: Studien und Erinnerungen. 2 Bde. Leipzig, 1846. Wichtig in diesem Zusammenhang weiter der Bd. 9 seiner Gesammelten Schriften (Mannheim 1847), vor allem die drei Briefe über den Communismus (ebd. S. 365 - 414) und eine Reihe von Briefen. Vgl. Ruges Briefwechsel a.a.O. Bd. 1, S. 346 - 347, S. 359 - 360, S. 380 - 381, S. 389 - 390, S. 395 - 396 und S. 403 - 404.

[5] G. Herwegh an H. Heine am 1. oder 2. April 1846 in: Heine, H. Säkularausgabe. Bd. 26. Berlin / Paris, 1975, S. 159.

[6] Ruge, A. Die Gründung der Demokratie in Deutschland oder der Volksstaat und der sozial-demokratische Freistaat. Leipzig, 1849.

[7] Vgl. A. Ruges Briefwechsel a.a.O. Bd. 2, S. 40.

[8] Briefe von und an G. Herwegh: 1848. a.a.O., S. 301 - 303. Herwegh schreibt u.a. in diesem Brief (Zitat nach der Handschrift im Herwegh-Archiv in Liestal/Schweiz, Signatur: BRH 1519a:) Mein lieber Oppenheim! Vorerst muß ich gegen das Wort 'Emigrant' protestieren, da die 3 - 4 Monate, die ich jährlich über dem Rhein zubringe, vollkommen hinreichen, um mich über ein Leben, das im Papiere auf- und untergeht und nur zuweilen durch einen Rippenstoß von Frankreich her in die Wirklichkeit hereingerissen wird, aufzuklären.- Ihr habt ein paar gute Tage gehabt in Berlin, aber bei allem Heroismus echt deutsche Tage; ihr habt zu kämpfen aufgehört in einem Augenblicke, wo ein Ruf au château für Euch und Deutschland Alles entschieden hätte; man macht allerdings die Republik, ein Dutzend Menschen reicht dazu hin, und wenn sie nur eine Viertelstunde von diesen aufrecht erhalten wird, so wird sie von 40 Millionen für lange Zeiten angenommen. Die Bourgeoisie fügt sich in Alles. Sie haben nach der Februarrevolution nicht einmal eine Julirevolution zu wege gebracht; politische Sentimentalität verhindert Euch, dem Könige den letzten coup de grâce zu geben, und Ihr tröstet Euch damit - allerliebst! - daß ein geschwächter, ein gedemütigter König ja kein König mehr sei, ja nichts mehr zu bedeuten habe. Wie die Feigheit sophistisch ist! Als ob ein gedemütigter König nicht doppelt gefährlich wäre! Als ob, wenn kein andrer Grund vorhanden, die 300 proletarische Opfer nicht auch ein königl. Opfer verlangten! Es ist kein Herz und kein Verstand in Euch. Eure Monarchie war in ein paar Stunden reif geworden zum Fall; die Republik war gegeben, wenn Ihr nur den politischen Instinkt eines Pariser Gamins besessen hättet; Ihr habt Eure, Ihr habt unsere Geschichte verpfuscht.- Nun salbadert weiter, konstitutionell oder demokratisch-monarchisch, fügt der ersten Schmach noch die zweite hinzu, verlaßt Polen und zieht statt des Schwertes nur die Feder, um die Honigmonde der freien Presse - der Teufel hole sie, wie die unfreie - recht aus dem Fundament hinter dem Pulte zu genießen. (...) Mein lieber Freund, Ihr scheint Euch vor Gespenstern zu fürchten und die wirklichen Mächte zu verkennen. Die Bourgeoisie ist das Gespenst, die Mächte sind die Bauern und Arbeiter, denen Sie schweres Unrecht anthun. Nicht die positiven Mächte - nach diesen wollen wir in einem Jahrhundert fragen - aber die einzigen Mächte, die der alten Weltanschauung gründlich den Garaus machen werden.(...)

[9] In späteren Aufzeichnungen über die Revolution von 1848, die Nerrlich in Ruges Briefwechsel aufnahm, nennt Ruge gut nachvollziehbar, welche Motive ihn bei der Gründung der Reform bestimmten. Er beschreibt, wie er den Ausbruch der Revolution erlebte: auf der einen Seite überall Begeisterung, Enthusiasmus, auf der anderen ein Chaos von Meinungen, „eine Begriffsverwirrung der ärgsten Art“; während breite Schichten des Volkes gar nicht recht wußten, was die neuen Freiheiten bedeuteten, hätten andererseits Männer, deren Grundsätze und Interessen mit dem äußersten Despotismus gingen, plötzlich die „freisinnigste Sprache“ gefunden. Um dieses „Chaos um mich herum“ aufklären zu helfen, schreibt Ruge, habe er die Reform gegründet. Sie sollte vor allem die Unterschiede zwischen Liberalen und Republikanern herausarbeiten und den letzteren ein Sprachrohr verschaffen. Nach Ruge wurde sie später das „Organ der Linken in der Berliner Nationalversammlung“. Vgl. A. Ruges Briefwechsel a.a.O. Bd. 2, S. 10, vor allem S. 29 ff.

[10] Lüders, Gustav. Die demokratische Bewegung in Berlin im Oktober 1848: Abhandlungen zur Mittleren und Neueren Geschichte. Hg. G. v. Below / H. Finke / G. Meinecke. H. 11. Berlin / Leipzig, 1909.

[11] In diesem Programm An die Leser der Reform heißt es: Seit der Unterdrückung des Deutschen Zuschauers und der Mannheimer Abendzeitung ist die Reform das einzige Organ der radicalen demokratischen Partei. - Wir wollen im Innern die vollständige Verwirklichung der demokratischen Staatsform, deren Zweck die Befreiung jedes Einzelnen ist. (...) Wir wollen die Freiheit des Volks, d.h. die vollkommene und directe Selbstregierung. Seine Souveränität kann wohl durch Abgeordnete und Regierungsausschüsse, durch Geschworne im Gericht, durch Kriegsheere im Felde ausgeübt werden, aber sie kann nie an eine Person oder an eine erste Kammer abgetreten werden. (...) Nr. 48 der Reform vom Freitag, den 19. Mai 1848. Ausführlicher finden sich die Grundpositionen, auch zu anderen Fragen wie der Einheit, des staatlichen Aufbaus, der außenpolitischen Orientierung, im Motivierten Manifest der radikaldemokratischen Partei in der constituirenden Nationalversammlung zu Frankfurt am Main, das die Reform in Nr. 66 vom 7. Juni 1848 abdruckte.

[12] Die Nr. 129 vom 22. August 1848 enthält eine Ankündigung, in der sich die Zeitung direkt als Sprachrohr der demokratischen Partei bezeichnet. Hieß der Untertitel bisher Politische Zeitung, so nun Organ der demokratischen Partei. Die Ankündigung hat folgenden Wortlaut: Um die Früchte unserer Revolution mit friedlichen Waffen zu sichern, bedürfen wir vor allen Dingen einer gründlichen Reform der Presse. Wir müssen die freigelassene mit freien Gedanken und Bestrebungen erfüllen. Unser eignes Blatt wird dahin wirken. Es stand bisher nicht so unmittelbar in der Bewegung und unter dem Einflusse unserer Partei, als von heute an. Wir hielten aber diese Stellung für nöthig, um unsern Worten Nachdruck zu geben, welchen sie im Namen von Privatpersonen nicht haben konnten, und haben daher den Beschluß gefaßt, aus der demokratischen Partei Berlins sowohl in als außer der Nationalversammlung ein Comité zu bilden, welches die Richtung und Haltung des Blattes überwacht und die Redaktion bestellt und nach Bedürfniß verändert und ergänzt. Die Mitglieder des Comité's sind:
Der Abgeordnete d'Ester, der Abgeordnete Stein, der Abgeordnete Johann Jakoby, der Abgeordnete Lipski, Eduard Meyen, Mitglied des democratischen Centralausschusses, Prof. Agathon Bernary, Präsident des Volksklubbs, Assessor Schramm, Abgeordneter und Präsident des Demokratischen Klubbs, und der Schriftsetzer Born, Präsident des Central-Comité's der Arbeiter.
Wir vertreten die humanen Grundsätze der europäischen Demokratie, die Befreiung, das gleiche Recht, die Verbrüderung der Einzelnen und der Völker; wir sind die Feinde der Unterdrücker und der Eroberer, der Länderfresser und der Verächter des Rechtes fremder Völker, wir setzten die deutsche Freiheit in die Selbstregierung unseres Volkes und finden seine Ehre darin, daß es sich selbst, nicht daß es seine Nachbarn beherrscht. Je schamloser die Grundsätze der demokratischen Revolution von 1848 verläugnet worden sind von der ganzen Ausgeburt des alten Bedienten - und Herrenthumes, vom Philister, von der Soldateska, von dem Beamtenheer, um so schärfer werden wir diese Prinzipien hervorheben.
Das Blatt hat seinen Boden in Berlin. Es wird daher die politische und sociale Bewegung dieser großen Stadt mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen, sie möglichst anschaulich darstellen und über ihre Bedeutung die Leser aufklären. Es hat zu diesem Zweck alle seine Verbindungen in der Stadt herangezogen und für diesen Theil der Redaktion eigne Mitarbeiter gewonnen. Auch die Handels- und Gewerbsberichte werden wir mittheilen. Für die deutschen Verhältnisse und die auswärtige Politik haben wir ebenfalls neue Kräfte gewonnen. Die Redaktion besteht aus den Hauptredakteuren
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und den Mitredakteuren
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Mit diesen Kräften werden wir die demokratische Presse des Nordens unterstützen durch authentische Mittheilung der Ereignisse und durch die Widerlegung unserer Gegner.
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Das Comité und die Redaktion der Reform.

[13] (G. Herwegh). h Ein Friedenskongreß in Paris. In: Die Reform. Nr. 130 vom 23. August 1848. (Ich habe Exemplare der Universitätsbibliothek Wroclaw und der Bibliothek in der Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv Berlin benutzt. I.P.)

[14] (G. Herwegh). h Paris. 17. September. In: Die Reform. Nr. 155 vom 21. September 1848.

[15] (G. Herwegh). h Paris. 22. Sept. In: Die Reform. Nr. 160 vom  27. Sept. 1848.

[16] (G. Herwegh). h Paris. 18. Oktober. In: Die Reform. Nr. 182 vom 22. Oktober 1848.

[17]  (G. Herwegh). h Paris. 4. November. In: Die Reform. Nr. 196 vom 8. November 1848.

[18] (G. Herwegh). h Paris. 27. Oktober. In: Die Reform. Nr. 189 vom 31. Oktober 1848.

[19] Ebenda.

[20] (G. Herwegh). h Paris. 4. November. In: Die Reform. Nr. 196 vom 8. November 1848. Für Herweghs Weitsicht zur Vergegenwärtigung die Fakten: 10.12.1848: Louis Napoleons Wahl mit 4,5 Mill. Stimmen gegenüber Cavignac (1,4 Mill.), Ledru-Rollin (0,4 Mill.), Raspail (37000), Lamartine (8000); 31.5.1850: Aufhebung des allgemeinen Wahlrechts; 2.12.1851: Staatsstreich und Auflösung des Parlaments, Wiederherstellung des allgemeinen Wahlrechts; 20./21.12.1851: Wahl Luois Napoleons zum Präsidenten auf 10 Jahre; 20.11.1852: Seine Wahl zum Kaiser mit 7,8 Mill. Stimmen.

[21] (G. Herwegh). h Paris. 17. September. In: Die Reform. Nr. 184 vom 21. September 1848.

Georg Herwegh

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