- Probleme

Georg Herwegh - Werke und Briefe. Kritische und kommentierte Gesamtausgabe

Ingrid Pepperle: Probleme und Proben einer Herwegh-Briefedition, in: Briefkultur im Vormärz. Vorträge der Tagung des Forum Vormärz Forschung und der Heinrich-Heine-Gesellschaft am 23. Oktober 1999 in Düsseldorf, hg. v. Bernd Füllner, Bielefeld 2001, S. 219-244.

Georg Herweghs Werke sind bis heute editorisch nicht annähernd erschlossen. [1] Das gilt auch für die Briefe. Er hat als Dichter, Wissenschaftler, Redakteur, Zeitungskorrespondent, Übersetzer und als politisch aktive Persönlichkeit mit deutschen, französischen, italienischen, russischen Korrespondenten, mit Freunden und Angehörigen in mehreren europäischen Sprachen einen umfangreichen Briefwechsel geführt, der nicht nur von biographischem und literarhistorischen Interesse, sondern für den ganzen Zeitraum von außerordentlicher Bedeutung ist für die Kenntnis politischer, literarischer, sozialer und kulturhistorischer Vorgänge. Er enthält Briefe von und an bedeutende Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts beispielsweise Ludwig Feuerbach, Heinrich Heine, Alexander Herzen, Johann Jacoby, Gottfried Keller, Ferdinand Lassalle, Franz Liszt, Karl Marx, Arnold Ruge, Otto Volger und Richard Wagner. [2] Dennoch sind diese Briefe, wenn überhaupt nur in verstreut um die vorige Jahrhundertwende veröffentlichten Korrespondenzen einzusehen. Die von Wilhelm Bolin, Karl Emil Franzos, Victor Fleury und dem Sohn Marcel Herwegh veranstalteten Briefeditionen sind dazu unter bestimmten Aspekten zusammengestellt (z. B. die Briefe von und an Georg Herwegh 1848, hg. v. Marcel Herwegh, München 1896) oder enthalten Korrespondenzen mit jeweils einzelnen Personen (Georg Herweghs Briefwechsel mit seiner Braut, hg. v. Marcel Herwegh unter Mitwirkung v. Victor Fleury u. Carl Haußmann, Stuttgart 1906) [3]. Die Briefe sind unzulänglich ediert, die Herausgeber verfahren hinsichtlich Kürzungen, Auswahl und Übersetzung willkürlich mit den handschriftlichen Vorlagen . Wie der Briefwechsel mit Lassalle sind mehrere Korrespondenzen nur aus verschiedenen Veröffentlichungen zusammenzustellen. [4] Hinzu kommen in Zeitungen und Zeitschriften verstreut veröffentlichte einzelne Briefe Herweghs [5], in Werkausgaben bekannter Briefepartner veröffentlichte Korrespondenzen [6] sowie die Vielzahl der nur handschriftlich vorhandenen Briefe, ohne die die Kenntnis der Herweghschen Korrespondenz sehr lückenhaft ist.

Da es zu Herweghs Arbeiten bisher keine textologischen Untersuchungen gab, ist die Quellenlage in Vorbereitung einer geplanten Ausgabe der Werke und Briefe erstmals systematisch erfaßt worden. Die Bestandsaufnahme von Herweghs überliefertem handschriftlichen Nachlaß erbrachte hinsichtlich der Briefe folgendes Ergebnis: Trotz Konzentration der Handschriften im Herwegh-Archiv, Liestal (Schweiz) und im Deutschen Literatur-Archiv, Marbach /N sind in allen großen europäischen Bibliotheken und Archiven Briefautographen Herweghs vorhanden; so u. a. in Amsterdam, Basel, Berlin, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt/M., Göttingen, Hannover, Hamburg, Koblenz, Krakau, Leipzig, London, Moskau, München, Paris, Potsdam, Stuttgart, Tübingen, Weimar, Wien, Zürich. Zudem gibt es mehrere in Privatbesitz befindliche Korrespondenzen, deren Briefautographen der Ausgabe bereitwillig zur Verfügung gestellt worden sind. Von einer Reihe von Briefen haben wir nur durch Auszüge in Auktionskatalogen Kenntnis. Eine beträchtliche Anzahl unveröffentlichter Briefe haben keine oder nur ungefähre Angaben über Adressaten, Ort und Zeit der Niederschrift . Datierung und Ermittlung der Briefpartner ist bei diesen Autographen, wenn überhaupt, dann nur durch zusätzliche biographische und werkgeschichtliche Informationen möglich. Unter den neuaufgefundenen der bisher unveröffentlichten Korrespondenzen befindet sich u. a. ein Briefewechsel mit Franz Dingelstedt über die Bearbeitung von Ferdinand Lassalles Sickingen-Drama für eine geplante Aufführung, Briefe von und an Otto Volger in denen über die zu berufenden Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts in Frankfurt /M beraten wird, Briefe an Emma Herwegh, die nur noch in Abschriften Victor Fleurys vorhanden sind sowie der erst in den fünfziger Jahren für die Forschung freigegebene Briefwechsel zwischen Emma und Georg Herwegh während seiner Beziehung zu Natalie Herzen.

Die in Handschriften und Veröffentlichungen zugänglichen Briefe sollen nun erstmals in möglicher Vollständigkeit vorgestellt werden. Es sind bisher sind ca. 650 Briefe Herweghs ermittelt worden. Die Briefe an Herwegh, deren Zahl um ein vielfaches größer ist, können im Rahmen der Ausgabe nur im Kommentar Berücksichtigung finden.

Herweghs Briefe werden chronologisch nach der vorhandenen oder erschlossenen Datierung dargeboten, unabhängig von ihrem Inhalt und Charakter sowie ihren Adressaten. In der Regel dient die Handschrift als Druckvorlage, bei nur in Veröffentlichungen nachzuweisenden Briefen, die Erstveröffentlichung. Der Brieftext wird diplomatisch getreu und ungekürzt wiedergegeben. Abkürzungen in der Handschrift werden kenntlich ergänzt , nur das häufige Kürzel & für und wird stillschweigend umgewandelt. Von französisch oder italienisch geschriebenen Briefen wird eine deutsche Übersetzung , graphisch abgehoben von den Originaltexten geboten. Fremdsprachige Passagen in vorwiegend deutsch geschriebenen Briefen sind im Anhang deutsch nachzulesen. Dieser Anhang zu den Briefen enthält den Quellennachweis, die Erstveröffentlichung sowie Anmerkungen zum Textverständnis. Wie an den anschließenden Proben ersichtlich, enthalten sich diese Wort- und Sacherläuterungen interpretatorischer Bemühungen und zielen nur auf das unmittelbar Wesentliche zum Textverständnis: Das Erhellen inhaltlicher Bezüge, historischer, zeitgeschichtlicher und biographischer Sachverhalte, der Nachweis des Bildungsgutes, wie die Aufschlüsselung und Identifizierung genannter Werke, die Rektifizierung in Anverwandlung fremden Gedankengutes oft ungenauer Zitate. Zu Adressaten und im Text erwähnten Persönlichkeiten mit heute geringer Bekanntheit werden in den Anmerkungen nähere Hinweise gegeben, das Register enthält nur Vorname, Name und Lebensdaten, soweit sie zu ermitteln waren. Wie eingangs erwähnt, korrespondierte Herwegh zu fast allen kulturellen, literarischen, philosophischen, auch naturwissenschaftlichen und politischen Problemen seiner Zeit, oft andeutungsweise und in epigrammatischer Kürze. Der Kommentarteil ist deshalb ohne aufwendige Ermittlungen und Einzelstudien, das Einarbeiten in die unterschiedlichsten Wissensgebiete nicht zu bewältigen, zumal es kaum einen Forschungsvorlauf gibt , weder zu Herweghs Biographie noch zu den Texten.

Bei den hier ausgewählt vorgestellten Briefen aus der Zeit bis Ende 1842, Anfang 1843 konnten beispielsweise zur genaueren Datierung und zur Identifizierung erwähnter Persönlichkeiten nur die Arbeiten Ingo Fellraths herangezogen werden [7]. Einige Erläuterungen bedürfen noch eingehenderer Recherchen, um ihre Aussage zu konkretisieren, beispielsweise die Anmerkung zu Guido Görres und Aimé Huber. Wird in den Erläuterungen auf Texte und Briefe Herweghs Bezug genommen, kommt in der endgültigen Fassung Band und Seitenangabe in der Ausgabe hinzu.


An Karl Gutzkow [8]
Stuttgart, 1. Juli [1839]
Verehrtester Freund!
Es ist lange her, daß wir uns nicht geschrieben. [9] Ich benutze eine willkommene Gelegenheit, um Sie zu versichern, daß ich stets in stillem heimlichem Verkehr mit Ihnen geblieben bin; ich möchte Sie ganz besonders hievon überzeugen, da Sie einmal in einem Briefe an Dr. Elsner [10] so wehmütige Zweifel an der Beständigkeit selbst Ihrer treuesten Anhänger äußern. Glauben Sie mir: ich habe mir die Entwicklung Ihres Geistes zum förmlichen Studium gemacht u. weiß alle Ausstrahlungen desselben auf einen gemeinsamen Mittelpunkt zurückzuführen. „Es gibt Herzen, die Sie verstehen.“ Ich gerate selten mit Ihnen in Verlegenheit; wo Sie mich nicht enthusiastmiren können, regen Sie mich doch wenigstens immer bedeutend an, sei's auch zum Widerspruche. Zum Widerspruch – begreifen Sie mich wohl – wie er unter zwei Liebenden Statt finden kann; der nicht auf öffentlichem Markte schaamlos prozessirt und Randale macht, sondern innerhalb seiner vier Wände zusieht, wie er sich lösen wolle. – Sie wollen Alle an Ihnen herummäkeln, Lewald, Moritz, wie sie heißen – ich bin stolz darauf, der einzige Schwabe zu sein, der Ihnen aufrichtig u. ganz huldigt.
Lewald [11] – ich kann einen Mann ohne allen Enthusiasmus nicht lieben; er ist Spekulant u. jeder Originalität höchst gefährlich. Sie haben sich wieder mit ihm befreundet; ich würde es an Ihrer Stelle auch thun; er hat sein Publikum, das ihm aufs Wort glaubt, u. Sie sind vielleicht zufrieden, wenn er über sie schweigt.
Welche Planlosigkeit in den liter. Uebersichten! Statt der Literatur werden Dinge besprochen, die gewöhnlich gar nicht zur Literatur gehören.
Moritz [12], ich könnte ihn lieben, wenn ich nicht, wie Sie, Alles Vornehme haßte. Wie ist er doch abgekommen von seiner ursprünglich guten Natur! Aus jedem Satze hört man das Bedauern, daß Gott ihn nicht zum Baron geschaffen. Er bewies einst viel reines Interesse an der Literatur; er ist Regisseur geworden, hat viel zu thun, bekümmert sich um Nichts mehr; die Hoffnung, die ich auf ihn setzte, wird bei ihm, wie bei Seydelmann [13], zu Wasser.
An Überbr. dieses, Herrn August Gerstel [14], werden Sie einen guten Komiker und aechten Menschen finden; einen Enthusiasten für Poesie und Literatur. Leider hat er Lewalds Gnade sich noch nicht zu erwerben gewußt. Ich empfehle Ihnen denselben angelegentlichst, und er wird Ihnen von mir u. den Stuttgarter Zuständen gar Viel erzählen können. – –
Ich lege Ihnen zugleich ein Schriftchen bei, das von mir und einem Freunde den Tag vor dem Schillerfeste [15] geschrieben wurde. Köstlin hat es bereits in den Hallischen Jahrbüchern besprochen. [16] Es wurde am Tage des Fests hier ausgegeben. –
Apropos! Die Kritik Ihres Blasedow in den Heidelberg. Jahrb. ist nicht von Schwab, sondern von Gustav Pfizer [17], wie ich ganz bestimmt weiß.
Was ich Ihnen *[–––]*im Anschluß sende, findet vielleicht Aufnahme im Telegraphen [18]; Sie haben wohl auch die Güte, mir dann die betreffende Nro. zukommen zu laßen. Ich verspreche Ihnen für die Zukunft viel Briefe und Beiträge; ich bin hier so einsam wie früher, und ein Verkehr mit Ihnen wäre mir ein wahrer Trost.
Leben Sie wohl, u. zählen Sie auf mich!
Ganz Ihr
GHerwegh.
Mittwoch 1. Juli
Addr. Französischestraße Nr. 10. [FH: 1.7. 1839]


An Wilhelm Gerstel [19]
[Emmishofen,] Freitag [23. August 1839] [20]
Mein Lieber!
Schon einige Wochen dachte ich: warum antwortet Dir denn der Gerstel nicht? Da finde ich gestern, von einer viertägigen Reise nach St. Gallen zurückgekehrt, Deinen lieben Brief auf meinem Nachttische liegen. Meinen herzlichsten Dank dafür. So Etwas ist Trost für mich in solch widerwärtiger Lage! So leicht ich unter andern Umständen mein Vaterland meiden könnte, so ungern meide ich es jetzt, weil ich muß. Ich will mich auch zum Glücke nicht zwingen lassen. Grausam schmerzlich hat mich der Tod Deines lieben Neffen [21] berührt. Das herzige Kind, das mich am letzten Abend, den ich mit Dir verbrachte, so herrlich amüsirt! Ich würde, glaube ich, an Deines armen Bruders Stelle wahnsinnig. –
Daß Du meinen Schritt billigst, freut mich ganz ausnehmend, es wird der Thoren genug geben, die mich darob schmähen werden. Immerhin!
Das Schicksal scheint mich nun gar ernstlich und fest packen zu wollen. Ich danke ihm dafür; nur im Unglück läßt sich dichten. Je glücklicher und behaglicher der alte Göthe sich fühlte, desto matter und oberflächlicher producirte er. Der Dichter muß immer einer Masse von Menschen feindlich gegenüber stehen. Sonst geht’s nicht! Ich habe in diesen 6 Wochen mehr und anhaltendere poetische Stimmungen gehabt als sonst in einem Jahre. Verstehe mich nicht falsch; vom poetischen Standpunkte aus betrachte ich jeden Augenblick Alles samt und sonders. Wenn ich von „Stimmungen“ spreche, habe ich natürlich „gesteigerte“ vor Augen.
Was sagst Du dazu? Ich hatte den Einfall, Professor der deutschen Sprache und Literatur in St. Gallen zu werden u. begab mich zu diesem Zwecke wirklich mit Elsner an Ort und Stelle. Da erfuhr ich erst, daß die Jesuiten besondere Rücksicht auf katholische Pfaffen nehmen würden u. resignirte so, ohne mich auch nur gemeldet zu haben.
Vor der Hand gedenke ich in Emmishofen zu bleiben, aber jedenfalls auf 14 Tage oder länger mit Dir nach Zürich zu gehen. Ich habe einen herrlichen Stoff zu einem Drama [22], das ich diesen Winter ausarbeiten werde. Mein Muth zu diesem *[–––]* Geschäft ist der beste u. vielleicht erkaufe ich mir dadurch die Erlaubniß zur Rückkehr in meine Heimath, von der ich jedoch nur im äußersten Nothfall Gebrauch machen werde. – In Zürich sollst Du mich schon diesen Winter oft genug sehen. Lieb wäre es mir, wenn ich über den verstorbenen genialen Georg Büchner mir einige Notizen aus seinen letzten Tagen [23] verschaffen könnte.
Wenn ich nur Gutzkows Savage [24] zu lesen bekäme! Ich warte täglich auf Antwort von ihm; ich habe ihm kürzlich eine enthusiastische Gratulation [25] zugehen zu laßen. Er ist wohl noch nicht in Hamburg? Schreibe mir doch, ich bitte, Näheres von seiner Unterredung mit Deinem Bruder [26]!
Auch laß mich ungefähr den Tag wissen, an dem Du bei mir eintreffen wirst.
Der famöse Dr. Wirth (Hambacher Fest) [27] hat sich nun auch in meinem Hause niedergelassen. Er convenirt mir aber gar nicht. Ein Deutschthümler von der abgeschmacktesten Sorte! Der Mann weiß viel, hat aber nichts Großartiges an sich.
Sage doch Mercy [28], Gott und Welt und Vaterland dürfe wissen, wo ich mich befinde. Ich erhielt von einem der ersten Beamten des Thurgau’s die Auskunft, daß kein Deserteur ausgeliefert werde, indem diese nicht zu den gemeinen Verbrechern gehören. Meine Mutter wünscht, ich solle eine Petition um Begnadigung an den König [29] eingeben. Nimmermehr! Aber einen andern Brief soll er von mir bekommen. Den mag er hinter den Spiegel stecken! –
Küsse Deine lieben Kleinen, grüße Deinen Bruder u. empfehle mich Deiner Frau Schwägerin.
Du selbst aber bewahre *[–––]* Deine freundschaftliche Gesinnung Deinem
GHerwegh.
Freitag.


An Wilhelm Gerstel [30]
[Zürich, 1840]
Guten Morgen, mein Lieber!
Darf ich Dich um Bacherer [31],
Freiligrath [32],
Riesser [33]
König [34] –
bitten? Auch um etliche Bogen Papier?
Dein H.


An Franz Dingelstedt [35]
Zürich, 1. Juni 1841
Verehrtester –
um nicht verehrtester Herr Doktor zu schreiben, wogegen Sie sich so nachdrücklich in den Briefen an die Verlorne [36] ausgesprochen.
Längst in einem stillen Verkehr mit Ihnen, benutze ich nun eine passende Gelegenheit, auch in einen briefl. mit Ihnen zu treten, u. sende Ihnen hier ein Büchlein, das der Sturm u. Drang des Augenblicks geboren u. das von der lieben deutschen Censur auch augenblicks da und dort wird verschlungen werden. Freuen soll es mich, wenn ich nicht nur in meinem eigenen, sondern im Namen der Besten u. auch in Ihrem Namen, gesungen u. gesprochen habe. Es befindet sich unter den Gedichten ein Sonett [37], zu dem mir Ihr Jordanslied Veranlassung gegeben. Nehmen Sie dasselbe nur als einen schwachen Beweis einer ganz besondern Hochschätzung! Vielleicht bringt uns die Zeit einmal auf Einem Wahlplatz zusammen.
Ihr ergebenster
G. Herwegh
Zürich, 1. Juli 41
Adr.: bei A.L. Follen in Hottingen


[An Arnold Ruge] [38]
Paris, [16. Januar1842]
Mein verehrter Freund!
Denn so darf ich wohl den Mann nennen, der jene liebevollen Worte [39] für mich gesprochen hat und das einzige Lob mir zu Theil werden ließ, das mir schmeichelt und nach dem ich ewig geizen werde, das Lob einer unabhängigen Gesinnung, eines Charakters, ein Lob, das ich erst hier in seiner ganzen Bedeutung zu schätzen weiß, hier, in dieser Stadt der tausend und aber tausend Talente, von denen kaum Eines im Stande sein wird, das unglückl Frankreich am Rand des Abgrunds aufzuhalten. Lessing meinte, man*[–––]* sei noch verflucht wenig, wenn man ein ehrlicher Mann sei – o man ist im Augenblick verflucht wenig, wenn man Nichts weiter ist als ein Talent. Sie sehen, die doctrinäre Luft hier hat mich angesteckt und ich docire Pfui!
Beiliegende Gedichte [40] sind wohl ohne Commentar verständlich, u. es soll mir sehr lieb sein, wenn Sie für die Hall. Jahrb. davon Gebrauch machen können. Ich bin in der That in Verlegenheit, wo ich sie in einem Augenblick abdrucken lassen soll, da Görres und Amad. Huber [41] ein Paar neue Sporen an mir verdienen wollen. Das Morgenblatt geht ja so weit, meinen Namen aus seinen Artikeln, selbst in den harmlosesten Beziehungen, auszumerzen. Die Niederträchtigkeit der braven Leute ist noch unerträglicher als die der Spitzbuben. – Schöne Wirthschaft. Aber nur zu, der Philosophie u. der Revolution, deren Basis die Philosophie ist, werden sie kein Haar krümmen. Wie stolz bin ich in Paris auf ein Volk, das so langsam vorwärts will, aber die Prinzipien einer neuen Weltorganisation nicht von der Stunde u. dem nächsten besten Advokaten entlehnt, sondern sie direkt vom Himmel selbst holt, mit der Hülfe Gottes und seiner unsterblichen Spekulation. –
Ich werde noch bis zum 6. Februar hier bleiben u. dann wieder nach Zürich in meinen Duodezstaat ziehen, wo es im Augenblick doch noch besser Hüttenbauen ist, als in dem großen Frankreich, dessen Boutiquenregiment sich mehr erlauben darf, als Carl X. u. seine Minister je geträumt haben.
Ich grüße Sie herzlich und werde Ihnen mehr schreiben, wenn ich Ihnen die 3. Aufl. meiner Gedichte sende, bei der ich übrigens nur unbedeutende Verbesserungen angebracht. Der Philister kriegt mich doch nicht unter, das freut mich an der ganzen Geschichte.
Der Ihrige
Georg Herwegh
Paris, 16. Febr.
38 rue de Lille,
hôtel Bearn.


An Robert Eduard Prutz [42]
Zürich, 8. April 1842
Mein lieber Freund!
Könnte nur der briefliche Verkehr Zeugnis ablegen von der Zuneigung zweier Menschen, so stünde es eigentlich schlecht mit uns Beiden. Daß ich aber in einem regen Umgang mit Ihnen stehe, auch wenn ich nicht schreibe, wissen Sie; ebenso, daß Sie mir lieb und wert geworden sind wie wenige Menschen.
Ihr von Jena datierter Brief [43] traf mich nicht mehr hier, und ich habe denselben erst gelesen, als ich gegen Ende Februars nach Zürich zurückkehrte. Dank für Ihre freundliche Einladung, von der ich wohl dieses Jahr einmal Gebrauch machen werde; ich muß Deutschland wiedersehen, solange ich ihm noch so nahe bin, wie jetzt.
Paris hat mich mehr erschüttert, als amüsiert, und vielleicht habe ich tiefer gesehen als die meisten meiner Landsleute, die sich dort aufhalten und die uns im Durchschnitt recht herzlich schlecht repräsentieren. Das sitzt und schwitzt und schreibt den ganzen Tag auf seinen räucherigen Lesekabineten die jämmerlichsten Correspondenzen nach Deutschland. Es ist zum Erbarmen. Dahin dringt kein Atom unserer Philosophie, kein Sonnenstrahl unserer reformatorischen Bestrebungen. Dicke, dicke Nacht dort bei unseren Landsleuten, höchstens eine blasierte Empirie, die sich nicht genug zu blähen weiß.
Wie hat mich einer Ihrer neuesten Aufsätze in der „Rheinischen Zeitung„ erlabt! Ich meine den über Schiller bei Gelegenheit [44] des Fischenich’schen Buches. Das Wenige, was ich bin, verdanke ich nächst meinem Vater der Philosophie; es ist noch selten einem Poeten im Himmel der Abstraction so wohl zu Muth gewesen, wie mir. Die Philosophie wird unsere Poesie verjüngen – wiederhole man das unseren lyrischen Spatzen, bis der Satz trivial geworden. Dieser Gefahr, trivial zu werden, muß man sich schon aussetzen, wenn man mit etwas durchdringen will.
Den Mundt haben Sie tüchtig auf’s Maul geschlagen [45]; alle Ihre Freunde, deren Sie hier, ohne es zu wissen, eine Menge haben, erbauen sich höchlich daran.
Zürich ist im Moment aberwitzig [46] und wird vor dem ersten Mai wohl schwerlich wieder zur Vernunft gebracht werden können. Wir haben einen Messias sammt einem halben Dutzend Apostel, den Staatsrat Bluntschli an der Spitze. Der Messias ist ein gemeiner Strick und ohne Zweifel das Werkzeug reaktionärer Tendenzen. Ich habe die Ehre, denselben sehr genau zu kennen, und somit auch die Mittel, (wenn der Geschichte nicht durch die Polizei ein Ende gemacht wird), einen Kampf auf Leben und Tod mit ihm einzugehen. Die Leutchen wollen den Radikalismus stürzen und der Schweiz das Evangelium des Conservatismus predigen, ganz à la Huber [47] und Consorten. Rohmer, ein Scharlatan niedrigster Gattung, das Buch seines Bruders „Deutschlands Beruf in der Gegenwart und Zukunft„ ein jesuitisches Machwerk, das unter der Fahne des Liberalismus die niederträchtigsten Gedanken Fr. Rohmers, der, nebenbei gesagt, ein weit geringeres Talent besitzt als Theodor Rohmer, einschwärzen soll. Ihr Evangelium ist eine Art Psychologie, welche den Schlüssel zu den tiefsten Räthseln aller Menschennatur besitzen will, diesen Fund aber selbst nur für interessant hält, insofern diese vermeintlichen psychologischen Gesetze Einem die Mittel darbieten, um über die Menschen zu herrschen. Daher der Götzendienst, den die Laffen mit Napoleon treiben. Herrschen, nur Herrschen, abstractes, ideenloses Herrschen, Herrschen à tout prix. Das ganze ein Versuch, den Egoismus in ein System zu bringen. Aber hüten Sie sich ja, etwas Geistreiches hinter der ganzen Geschichte zu vermuthen. Ja, wenn das der Fall wäre, so ließe sich manches noch begreifen.
O Gott – wir sitzen tief im Koth, und die Schweiz büßt ihre Verachtung der Philosophie schmerzlich. Kinder, Buben binden ihr nun einen solchen Bären auf. Lachen Sie doch!
Die Augsburger Allgemeine Zeitung [48] wird nun den Scandal auch behandeln. Sie haben uns zu Entgegnungen aufgefordert; ich will tüchtig draufschlagen und hoffe, daß Kolb so unparteiisch sein wird, mich nicht allzu stark zu recensieren.
Ruge will hier etwas drucken lassen. [49] Sie wissen wahrscheinlich davon. Werden Sie einen Beitrag geben?
Was macht Ihr Drama [50], und bekommt man es hier zu Gesichte? Ja?
Sie, und was Ihnen angehört, herzlich grüßend
Ihr Herwegh.


An Julius Fröbel [51]
[Berlin, etwa 10. November 1842]
Mein Lieber!
Ich bin von allen Seiten her so in Anspruch genommen, daß ich die seltenen freien Augenblicke keineswegs zum Briefschreiben benutzen mag. Aber es muß sein. Zur Sache. Du willst absolut, daß der D[eutsche] B[ote] [52] noch in diesem Jahre ausgegeben wird? Uebereilen wir uns nicht und besinnen wir uns wohl. Die bloße Nachricht von der Uebernahme der Redakt[ion] durch mich hat so viel Theilnahme erweckt, daß das Blatt in Kurzem auf festen Füßen stehen wird, und es verschlägt Nichts, ob dasselbe ein Paar Wochen früher oder später erscheint. Wir müssen gerüstet und gewappnet auftreten; den wenigen Schweizer Abbonnenten kann man die 2 oder drei ersten Hefte immerhin noch gratis zukommen lassen. Indessen habe ich den Plan für die 2 ersten Hefte also entworfen, und Du kannst die Aufsätze in folgender Ordnung drucken lassen:
Der 1. Bogen (inclusive den Titel) bleibt mir vorbehalten; auf der Reise nach Königsb[erg] und in Königsberg selbst denke ich den betreffenden Aufsatz fertig zu bringen. Er macht mir Mühe, da ich gern keine Frage, die mit der Zeit im D[eutschen] B[oten] gelöst werden soll, unberührt lassen möchte. Er schließt mit dem Liede „Die Lerche war’s, nicht die Nachtigall“ [53].
Deine Nachricht von dem Manuscr[ipt] aus Ostpreußen [54] traf mich nicht mehr in Leipzig. Der Aufsatz sollte aber in den Deutschen Boten, da uns bis jetzt kein zweites M[anu]script aus Ostpreußen fertig zu Gebot steht. Triff Deine Anordnungen. Der Verf[asser] wird Nichts einzuwenden haben. Ohne Zweifel entdecke ich denselben in Königsberg.
Nach diesem Aufsatz wäre der Aufsatz von Hecker [55] über den badischen Landtag von 1842 zu bringen.
So hätten wir Preußen und Baden.
Nun fehlt uns noch Hannover. Ein Aufsatz hierüber ist mir zugesagt; ich denke, Du erhältst ihn im Laufe dieses Monats. Nach dem Aufsatz über Hannover [56] kommt der Aufsatz „Die Fähigkeit der heutigen Juden und Christen, frei zu werden“ von Bruno Bauer [57]. Ich lege ihn Dir bei. Nach diesem mein Heidenlied [58], das ebenfalls mitfolgt.
Hierauf Dein Aufsatz Demokratie und Kultur etc. [59]
Sodann das Gedicht an die Schweiz von Seeger [60] und das beste der Prutz’schen Gedichte [61].
Folgt „Socialismus etc“ von Heß [62].
Von diesen Aufsätzen sollte in angegebener Reihenfolge in den ersten Heften keiner fehlen. Die weitere Ordnung wäre –
Die deutsche Rechtswissenschaft in ihrem Verhältniß zu unserer Zeit. [63]
Friedrich Wilh[helm] IV. [64], wenn der Aufsatz nicht verrückt ist, wie das Engels und Edgar Bauer zu Zeiten passirt. Sie haben beide noch den Studenten im Leibe und sind zuweilen polissons.
Socialismus etc. von Heß. [65]
Kritik der Lieder der Gegenwart. [66]
Die frommen Kandidaten [67]??
Schweizer Tagsgeschichte. [68]
Politische Revue [69] der Monate Okt[ober], Nov[ember] und resp. Dezember.
Die beiden letzteren Sachen müssen schon ins 1. oder 2. Heft.
Das 3. oder 4. Heft muß folgende Aufsätze enthalten:
Der Liberalismus und die Religion [70] oder Die Einheit der relig[iösen] und polit[ischen] Frage, worin dem süddeutschen Liberalismus ein wenig der Text gelesen werden soll. Ich will versuchen, Feuerbach zu dieser Arbeit zu bewegen.
Dann der 2. Aufs[atz] von Hecker: [71] „Ueber Deutschlands Landstände in der ältern und neuen Zeit“.
Ein bedeutender Aufsatz [72], von der tiefsten Einsicht in unsere Zustände, wie sie kein Deutscher besitzt, von einem – Russen, den ich in Dresden kennen gelernt, dem Rußland wohl auf ewig verschlossen ist, und der einer meiner liebsten Freunde geworden. Er wird mit seiner Arbeit gegen Ende Dez[ember] fertig sein.
Ferner: Die Verhandlungen der preuß[ischen] Ausschüsse [73], kurz und abfertigend. Von wem? weiß ich noch nicht.
Du erkennst aus diesen Angaben meinen Plan, und ich denke, der D[eutsche] B[ote] sollte mit der Zeit eine kleine Macht werden! – Lasse es nicht an Ankündigungen fehlen, schicke auch in meinem Namen [74] eine an die D[eutschen] Jahrbücher. Wigand [75] bat mich darum.
Wigand ist einer der prächtigsten Menschen, die existiren, und geht tüchtig ins Geschirr. Er setzt große Hoffnungen auf das Liter[arische] Comptoir und will auch mich mit Gewalt zu einer Art Theilnahme am Buchhandel bewegen.
Die 4. Auflage meiner Gedichte [76] wird wohl, ehe ein Monat vergeht, vergriffen sein; in Leipzig und Berlin sind wohl keine Exempl[are] mehr aufzutreiben. Nun ist von Seiten der Buchhändler nur Eine Stimme – laß es Dir nur einmal von Wigand auseinandersetzen –, daß Du eine billige Ausgabe [77], etwa zu 12 guten Groschen, veranstalten sollst und gleich 5-6000 Ex[emplare] druckst. Die Studenten können nicht 2 f bezahlen und besäßen wohl alle gern das Buch. Sie singen mir überall „Reißt die Kreuze aus der Erden“ [78] vor und sind ganz toll in mich verliebt.
Von meinen Taten will ich lieber gar Nichts als mangelhaft erzählen. Die Berliner Freien und Unfreien [79] gefallen mir und Ruge nicht; diese Stadt ist ein wahres Sodom und Gomorrha. Die Beamten- und Professorennoblesse ist so niederträchtig wie der Sansculotte. Ueberall Frivolität. Keine Männlichkeit, kein Ernst.
Dagegen freu’ ich mich auf die Königsb[erger], die ich besuchen muß, sonst verderbe ich’s ganz mit ihnen. Diese Weihnachten bin ich zurück in Zürich.
Heute früh besuchten mich die Studenten, um mir ihr Bedauern auszudrücken, daß die Polizei keine Demonstration erlaube. Ist das nicht spaßhaft? Rochow [80] hat augenblickl[ich] ausspioniren lassen, ob so etwas im Werke sei. Daß er gestern pensionirt wurde, wißt ihr.
Noch lege ich Dir im Auftrage Bauers einen Anhang zu seiner Verteidigung [81] bei so wie einen andern Titel derselben.
Nach Königsberg adressire Deine Briefe poste restante. Ich reise etwa Montag oder Dienstag, den 15. oder 16., ab, mit treffl[ichen] Empfehlungen auch ins Schön’sche Haus [82] versehen.
Was ihr vorläufig für Erwerbung des Bürgerrechts in Baselland [83] thun könnt, das thut.
Ueber die Rohmerei will ich an die Leipz[iger] Allg[emeine] schreiben. [84]
Du kannst diesen Brief auch Follen lesen lassen, ich will ihm selbst erst von Königsb[erg] aus schreiben.
Grüße Deine Frau und, wer nach mir fragt.
Dein Herwegh
So eben erhalte ich mehrere bedeutende Zusendungen aus Königsberg, Briefe von Jachmann und Walesrode. Auch Jacoby sagt dem Deutsch[en] Boten seine Theilnahme zu. [85]
Ich kann Dich aber nicht warten lassen, bis ich das M[anu]skr[i]pt gelesen.
Ich mußte das Paket noch einmal eröffnen, um es in Leinwand zu packen, da es von der Post zurückgegeben wurde. Ich lege Dir zwei Aufsätze aus Königsberg [86] bei, die, mit Petitschrift gedruckt, kurz vor dem Schluß des ersten oder 2. Heftes zu stehen kommen sollen. Wenn ich nur das M[anu]skr[i]pt über Hannover bald erhalte!
Jachmann hat mir das Original von „Preußen seit der Einsetzung Arndts etc.“ zugeschickt; er scheint noch nicht zu wissen, daß es auf seinen Irrfahrten durch den deutschen Buchhandel in Zürich angelangt ist. Somit wäre denn auch das erledigt. Er stellt mir Alles frei; es soll, denke ich, in den Deutsch[en] Boten, an die angegebene Stelle, wenn Du anders nicht angefangen hast, eine Broschüre daraus zu machen.
Wenn Du darauf bestehst, so schnell als möglich einige Hefte des D[eutschen] B[oten] hinauszuwerfen, so mußt Du auf die Einleitung verzichten [87] und sie später als Vorrede mit arabischen Ziffern nachliefern. Zur Eröffnung nimmst Du, hübsch gedruckt,
„Die Lerche war’s etc.“
Du hast nun eigentl[ich] keine weitere Anfragen an mich zu richten. Lasse von den 1. Heften eine gehörige Anzahl Exemplare abziehen und schleudere sie auf dem schnellsten Wege nach Ostpreußen und Preußen überhaubt.
 Zum Behufe der Anekdota [88] wird Dir Wigand die Namen der Abbonnenten der Deutsch[en] Jahrb[ücher] mittheilen.


An Emma Siegmund [89]
Straßburg, Freitag, Abend, [6. Januar 1843]
Meine liebe Emma!
Da sitz’ ich endlich nach dreinächtiger Fahrt [90], d.h. ich bin schon gestern Abend angekommen, und will dir die Geschichte vom Fuchs [91] erzählen. In Carlsruhe trafen Bakunin und ich zusammen.
So leid es mir thut, von dir entfernt zu leben, so froh bin ich, Eures abscheul. Deutschlands, das ich freilich wieder mit ganzer Seele liebe, los zu sein. Eure Philister sind ein trostloses, gottverlaßenes Volk, und dieselben Leute, die Einem heute am Halse hängen, hat man Morgen auf dem Hals. Sobald man praktisch Einen Schritt thun will, schreien sie unisono Zetermordio; sie umarmen dich heute für ein kühnes Wort, und verlaßen dich Morgen, wenn die Regierung deinetwegen nur den Mund verzieht. [92] Literaten dürfen wir sein, aber ehrliche Menschen voll Leidenschaft nicht; schreiben, so viel wir wollen, aber thun ja Nichts. Könnte ich mich im Augenblicke nicht an deiner großen noblen Natur aufrichten, ich müßte wüthend werden oder verzweifeln. Mädchen, verlaß mich nicht! Hörst du?
Aber so muß es kommen; sie treiben uns selbst mutwillig dem Ziele entgegen, an dem die ganze jetzige Lügenwirtschaft scheitern muß. Sie sollen fühlen, was Menschen im Stande sein werden, denen die Freiheit Religion ist.
Wann und wo wir uns sehen, weiß ich nicht, mein gutes Kind. Du liebst mich, das ist mir genug; du wirst auf Alles gefaßt sein. In Zürich wollen sie mich auch vertreiben [93]; eine hübsche Aussicht. Doch werde ich wohl in Baselland Bürger sein [94] oder nächstens werden, kann also den Zürcher Aristokraten getrost auf der Nase sitzen bleiben. Himmel und Hölle soll aufgeboten werden, daß wir bald zusammenkommen. Bakunin und ich sprachen heute viel von dir, und mit jedem Worte wurde es mir selbst klarer, was ich an dir besitze, wie unendlich ich dich liebe und wie unentbehrlich du mir geworden. Nur du wirst die Begeisterung frisch und jung in mir zu erhalten wissen, die mich das Aeußerste wagen heißt. Du hast mich geliebt und verstanden, ehe du mich gesehen; du wirst mich verstehen und mit mir sein, wenn – Wie dumm klingen doch alle Worte; ich kann sie mir auch ersparen. Aber, Schatz, ich will dir sagen, um fünfzig Jahre bin ich seit 2 Monaten klüger und größer geworden; daran bist du nicht wenig Schuld. Mein Muth, meine Lebenslust, meine Energie sind ums Zehnfache gestiegen; ich werde nicht biegen und nicht brechen. Ich weiß, was ich an deiner Seite werden kann und werden muß. So soll auch unsere Liebe einzig sein in ihrer Art und den Philistern ein Aergerniß sein, wie unser Haß, der nur wachsen soll durch unsere Liebe.
Liebes Kind – wenn du mich nicht ganz verstehst, so entschuldige meine Unklarheit mit dem aufgeregten Zustande, in dem ich mich befinde, mit der unendlichen Glut, in der ich dein gedenke und die mich keine Form u. kein Maß finden läßt. Meine äußeren Fata sind gegen das innere wilde Leben, das ich führe, zu unbedeutend, um dir irgend Etwas davon zu schreiben. Nur ärgere ich mich, daß ich Leipzig so schnell verlaßen. Wigand war offenbar zu ängstlich. In Frankfurt ist die Stimmung gegen oder für mich, wie du willst, eigentl. recht spaßhaft, und sie meinen, habe der König mit mir Komödie gespielt, nun so habe ich auch mit ihm Komödie spielen dürfen. Das ist freilich nur halbwahr; denn eigentlich wollte ich ihm höchst ernsthaft beweisen, daß ich nicht Komödie mit mir spielen laße, und daß ich mehr will, als Verse machen.
Deinen Eltern zu schreiben, bin ich heute nicht in der Laune; grüße Sie herzlich; deßgleichen deine Schwestern [95], vor Allem die gute Fanny mit dem kleinen Zaunkönig. Auch deinen Bruder nicht zu vergeßen.
Von Zürich aus erhältst du einen geordneteren Brief. Adieu, mein Herz; bleibe mir gut!
Auf Wiedersehn!
Dein Georg.
NB. bitte, bitte, laß dich bald malen!

Anmerkungen
1 Die einzige Werkausgabe hat Hermann Tardel 1909 herausgebracht (Werke in drei Teilen. Hg. mit Einleitung und Anmerkungen versehen. Berlin, Leipzig, Wien, Stuttgart [1909]).In ihr sind ohne Zugang zu den Handschriften nur die veröffentlichten Sammlungen Gedichte eines Lebendigen, Teil 1 (1841) , Teil 2 (1843). Gedichte und kritische Aufsätze (1845) und Neue Gedichte (1877) wiedergegeben. Nach den Handschriften gab Victor Fleury einzelne Texte, leider kompiliert zusammengestellt und ohne Nachweis heraus: Aus Herweghs Nachlaß, Lausanne 1911 und Neue Bruchstücke aus Herweghs Nachlaß in: Euphorion, Bd. 20, Leipzig und Wien 1913, S. 471-488. An der Erweiterung der editorischen Grundlagen und des Forschungsstandes hat Bruno Kaiser während des zweiten Weltkrieges in der Schweiz und danach in der DDR gearbeitet. Er machte den in Liestal (Baselland) vorhandenen Teil des handschriftlichen Nachlasses archivalisch zugänglich und edierte neue Materialien und biographische Erkenntnisse zuerst in dem Band Der Freiheit eine Gasse. Aus dem Leben und Werk Georg Herweghs, Berlin 1948. Auf diesen Arbeiten fußen die in der DDR erschienenen Teilsammlungen Werke in einem Band, hg. u. eingel. v. Hans Georg Werner, Berlin und Weimar, 1. Auflage 1967, Frühe Publizistik 1837-1841. U. L. v. Bruno Kaiser bearb. v. Ingrid Pepperle, Johanna Rosenberg u. Agnes Ziegengeist (Berlin 1971) und die Auswahl Über Literatur und Gesellschaft (1837-1841) bearb. u. eingel. v. Agnes Ziegengeist, Berlin 1971. Auf den von Agnes Ziegengeist aufgefundenen, zuerst in ihrer Dissertation Die Literaturkritik des jungen Georg Herwegh (Berlin 1965) veröffentlichten Texten fußt auch die von Katharina Mommsen hg. Sammlung Literatur und Politik, Frankfurt/M. 1969.

2 Des weiteren waren Herweghs Briefpartner u.a. Marie d’Agoult (Daniel Stern), Ludmilla Assing, Michail Bakunin, Karl Beck, August Becker, Karl Blind, Robert Blum, Karl Ludwig Bernays, Johann Philipp Becker, Cosima von Bülow, Karl Börnstein, Paul Challemel-Lacour, Otto von Corvin, Franz Dingelstedt , Filippo De Boni, Francesco De Sanctis, Ernst Dronke, Hermann Ewerbeck, August Adolf Ludwig Follen, Ferdinand Freiligrath, Julius Fröbel, Wilhelm und August Gerstel, Friedrich Gerstäcker, Andreas Gottschalk, Karl Gutzkow, Julius Haußmann, Friedrich Hecker, Karl Heinzen, Jacob Henle, Moses Hess, David Kalisch , Gustav Kolb, Adolph Kolatschek, Hermann Kriege, Friedrich Wilhelm German Mäurer, Jacob Moleschott, Bernhard Oppenheim, Ludwig Pfau, Karl Pfeufer, Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, Robert Eduard Prutz, August Röckel, Wilhelm Rüstow, George Sand, Caroline und Wilhelm Schulz, Ludwig Seeger, Ludwig Walesrode, Carolyne und Marie von Sayn-Wittgenstein, Gottfried Semper, Reinhold Solger, Heinrich Stieglitz, Jakob Venedey, Karl Vogt, Alexander Weill, Otto Wigand, François Wille.

3 Einige weitere Beispiele dieser Editionspraxis: Georg Herweghs Briefwechsel mit Robert Prutz und Ludwig Feuerbach, eingel. v. Wilhelm Bolin, hg. v. Marcel Herwegh, in: Deutsche Dichtung, Bd. 22, Berlin 1897, S.25-32; K.E. Franzos: Georg Herwegh und Robert E. Prutz. Mit ungedruckten Briefen, in: Die Zeit, Bd. 11, Wien 1897, Nr. 131-135; M. Herwegh und V. Fleury (Hg.): Georg Herwegh an seine Frau. Unveröffentlichte Briefe aus den Jahren 1861-1862, in: Neue Revue, 1.Jg., Berlin 1908, S. 629-635, 703-712, 851-860; Briefwechsel Georg und Emma Herweghs mit Ludwig Feuerbach, hg. v. M. Herwegh u. V. Fleury in: Nord und Süd. Eine deutsche Monatsschrift, Bd. 128, Berlin 1919, H. 382; M. Herwegh (Hg.): Au Printemps des Dieux. Correspondance inedite de la comtessse Marie d`Agoult et du poéte Georges Herwegh, Paris 1929; M. Herwegh (Hg.): Au Banquet des Dieux, Franz Liszt, Richard Wagner et leurs Amis, Paris 1931; M. Herwegh (Hg.): Au Soir des Dieux. Des derniers reflets Wagneriens à la mort de Liszt ( 1847. 1883-1886). Franz Liszt, Richard et Cosima Wagner, Princesse Carolyne Sayn-Wittgenstein, Georges et Emma Herwegh, Paris 1933.

4 M. Herwegh (Hg): Ferdinand Lassalles Briefe an Georg Herwegh. Nebst Briefen der Gräfin Sophie Hatzfeld an Frau Emma Herwegh, Zürich 1896; Ferdinand Lassalle: Nachgelassene Briefe und Schriften , hg. v. Gustav Mayer, Bd. 2, Stuttgart und München 1923, Bd. 5, Stuttgart und München 1925.

5 U.a.: Herwegh’sche Briefe. In: Die Waage. Wochenblatt für Politik und Literatur, hg. v. Guido Weiß, Berlin 1875, S. 324-327; Gustav Gerstel: Aus meiner Autographen-Mappe. Bisher ungedruckte Briefe und Gedichte von Georg Herwegh, (o. O. o. D.); Herwegh an Karl Beck, Zürich 3. Januar 1866, in: Deutsche Dichtung, hg. v. K. E. Franzos , Bd. 15, Berlin 1894, S. 299-300; Alfred Stern: Aktenstücke, zur Geschichte der Ausweisung Herweghs aus Zürich im Jahre 1843. In: Süddeutsche Monatshefte, 5. Jg. ,1908, 2. Bd., S. 154-161; Georg Herwegh an Karl Brenner in: Beilage zu Nr. 95 des Freien Rätiers, Chur, 24. April 1925; Heinrich Hubert Houben: Karl Gutzkow in Hamburg in: Hamburgischer Correspondent Nr. 31 vom 23.1.190 ( Herwegh an Gutzkow , Stuttgart, 1. Juli 1839) ; Heinrich Hubert Houben: Herweghs verschollenes Lustspiel., in: Berliner Tageblatt Nr. 148 vom 28. 3. 1930 (Herwegh an Gutzkow Emmishofen, 4. Dez. 1839)

6 Beispiele chronologisch geordnet: Arnold Ruge: Briefe und Tagebuchblätter aus den Jahren 1825-1880, hg. v. P. Nerrlich, 2 Bde. Berlin 1886; Briefe hervorragender Zeitgenossen an Franz Liszt, hg. v. La Mara (Marie Lipsius), Bd. 1, Leipzig 1895, S. 30-31; Alexander Herzen: Werke und Briefe (russ.), hg. v. M. K. Lemke, Bd. 14, Petersburg 1920; Karl Marx, Friedrich Engels: Gesamtausgabe, 1. Abteilung, Bd.1, 2. Halbbd. Berlin 1929; Moses Hess: Briefwechsel, hg. v. E. Silberner, S-Gravenhage 1959; Ludwig Feuerbach: Briefwechsel, hg. v. W. Schuffenhauer, Leipzig 1962; Johann Jacoby: Briefwechsel 1816-1847, hg. v. E. Silberner, Bonn 1974. Ders. Briefwechsel 1850-1877, Bonn 1978.

7 U. a. Ingo Fellrath: Georg Herweghs Aufenthalt in Emmishofen Juli 1839 - April 1840, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte, 48. Jg. Stuttgart 1989, S. 239-267.

8 Hs.: Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt a.M., Nachlaß Gutzkow. Veröff.: Heinrich Hubert Houben: Karl Gutzkow in Hamburg. Hamburgischer Correspondent Nr. 37 vom 23.1.1903.

9 Herwegh stand nach den Erinnerungen des Kommilitonen Emil Feuerlein bei der Leitung des Tübinger Stifts 1835/1836 in „schlimmen Verdächten“ mit den jungdeutschen Autoren brieflich zu verkehren. Vgl. Aus Georg Herweghs Jugendzeit. Zweite Folge. Der Beobachter. Stuttgart , Nr. 34 vom 10. Februar 1877.

10 Heinrich Elsner (1809-1858) vielseitiger Schriftsteller, Übersetzer, Publizist. Er hatte sich 1838 der Verurteilung wegen Preßvergehens durch Flucht entzogen. Herwegh wohnte nach seiner Flucht in Emmishofen im selben Haus wie Elsner und publizierte 1841 im Beiblatt Die Waage zu der von Elsner herausgegebenen Stuttgarter Allgemeinen Zeitung.

11 August Lewald (1792-1871) Herausgeber der Europa, Chronik der gebildeten Welt, einer 1834 gegründeten, in kurzer Zeit viel gelesenen und beachteten literarischen Zeitschrift, in der Herweghs erste Prosatexte und Verse erschienen sind.

12 Heinrich Moritz, eigentlich Mürrenberg (1800-1866) namhafter Schauspieler und Regisseur in Stuttgart.

13 Karl Seydelmann (1793-1843) war 1829-1837 am Stuttgarter Hoftheater verpflichtet.

14 August Christian Gerstel (1807-1874), in dessen Familie Herwegh verkehrte, war seit 1837 als Hofschauspieler in Stuttgart engagiert. Er gab im Sommer 1839 ein Gastspiel am Hamburger Stadttheater, u.a. mit der Rolle des Truffaldino in Goldonis Diener zweier Herren.

15 [Georg Herwegh, Gustav Diezel]: Schiller und seine Statue. Zwei Frühlingsgrüße an Deutschland. Denkschrift auf den achten Mai 1839. Stuttgart 1839.

16 C. Reinhold [d.i. Christian Reinhold Köstlin (1813-1856)]: Das Schillerfest in Stuttgart, Hallische Jahrbücher Nr. 138-143 vom 10.-15. Juni 1839.

17 Dr. Paulus [d. i. Gustav Pfitzer]: Blasedow und seine Söhne. Komischer Roman von Karl Gutzkow. Stuttgart 1838. Heidelberger Jahrbücher der Literatur 1839, Nr. 4, S. 57-64, Nr. 5, S. 65-70.

18 Telegraph für Deutschland, literarische Zeitschrift, gegründet von Karl Gutzkow 1837 in Frankfurt am Main, erschien 1838-1848 in Hamburg. Bei dieser Sendung handelt sich wohl um den Aufsatz Poesie und Theologie, der zuerst in der Deutschen Volkshalle, Nr. 10 vom 17. September 1839 erschien. Er wird im Telegraph für Deutschland vom Oktober 1839 (Nr. 168, S. 1344) mit einführenden Bemerkungen nachgedruckt.

19 Wilhelm Gerstel (1809-1877) war von 1832-1840 als Schauspieler in Zürich tätig. Er hielt sich seit Mai 1839 zu einem Gastspiel in Stuttgart auf. Hs.: Deutsches Literaturarchiv/Schiller-Nationalmuseum Marbach a. N. (Sign. 1922/509).Teilw. veröff. von: Gustav Gerstel: Aus meiner Autographen-Mappe. Ungedrucktes von Georg Herwegh, (o. O. o. J.).

20 Das anzunehmende Datum wurde aus den im Brief erwähnten Fakten erschlossen: der Tod des Neffen, der Brief vom 14. August 1839 an Karl Gutzkow und der Zeitraum von sechs Wochen nach der Flucht.

21 August Casimir Ferdinand Gerstel, der Sohn des Schauspielers August Gerstel, starb am 1. August 1839.

22 Längere Zeit hat sich Herwegh u.a. mit einem Drama über den von den Jakobinern hingerichteten Dichter André Cheniér (1762-1794) beschäftigt, wie eigene Briefe und Anfragen von Freunden bestätigen. Siehe den Brief an A. A. L. Follen vom 29. Nov. 1841.

23 Herweghs Interesse an allem und jedem, was Büchner betraf ,bekundet der Mediziner August Lüning, ein Pfleger an Georg Büchners Krankenbett, der auf der Durchreise im Okt. 1839 seinen an der Deutschen Volkshalle beteiligten Freund Ludwig Stephani in Emmishofen besuchte. Siehe den bei Jan Christoph Hauschild in Georg Büchner. Studien und neue Quellen zu Leben, Werk und Wirkung. Königstein/Ts. 1985, S. 385 veröffentlichten Brief August Lünings an Karl Emil Franzos vom 9. November 1877.

24 Leonhard Falck [d.i. Karl Gutzkow]: Richard Savage oder der Sohn einer Mutter. Trauerspiel in fünf Aufzügen. Nach der erfolgreichen Uraufführung am 15. Juli 1839 in Frankfurt am Main und einer Wiederholung am 26. August 1839 wurde das Stück an allen großen deutschen Bühnen gespielt, in Stuttgart 1839, in Berlin, Leipzig, Hamburg, Dresden, Weimar und Braunschweig 1840. Erstdruck in Francks Taschenbuch dramatischer Originalien, Jg. 5, 1841.

25 Herweghs Brief an Gutzkow vom 14. August 1839.

26 August Gerstel weilte im Sommer 1839 zu einem Gastspiel in Hamburg.

27 Johann Georg August Wirth (1798-1848) Journalist, demokratischer Politiker, einer der Organisatoren des Hambacher Fests im Mai 1832, der de facto verantwortliche Redakteur der Deutschen Volkshalle, der sich erst am 4. März 1841 auch de jure als solcher zu erkennen gab, als das Ende der Zeitung am 30. März 1841 schon feststand.

28 Vermutlich Ludwig Mercy (1815-1851) , Sohn des Hofschauspielers Karl Messerschmidt, genannt Mercy, der 1839 die Funktionen eines Requisitenverwalters, Inspizienten und Bibliothekars ausübte, wobei ihm Ludwig Mercy assistierte.

29 Die Mutter Rosina Katharina Herwegh, geb. Märklin (1782-1855) reichte eine Petition ein, die im Oktober 1839 abgelehnt wurde.

30 Hs.: Russisches Zentrum zur Aufbewahrung und Erforschung von Quellen der neuesten Geschichte. Moskau (Sign.: 5669 Nr. 2).

31 Gustav Bacherer: Buch vermischter Bezüge. Leipzig 1840. Gustav Bacherer: Stellungen und Verhältnisse. Karlsruhe 1840. Auf beide Werke geht Herwegh in seinen Literaturkritiken ein.

32 Vermutlich das von Freiligrath, Matzerath und Simrock herausgegebene Rheinische Jahrbuch für Kunst und Poesie, Köln 1840, das Herwegh im Aufsatz Periodische Literatur in der Deutschen Volkshalle Nr. 110 vom 9. Juni 1840, S. 441-442, bespricht.

33 Gabriel Riesser: Jüdische Briefe. Zur Abwehr und zur Verständigung. 1.2. Heft Berlin 1840, 1841.

34 Heinrich Joseph König (1790-1869)hatte 1840 Aus dem Leben in 2 Bdn. veröffentlicht. Er wird von Herwegh als oppositioneller Abgeordneter im Hessischen Landtag wahrgenommen und in den Literaturkritiken öfters erwähnt. Z.B. verweist er auf Königs „sinnigste Sprüche“ im Album deutscher Schriftsteller zur vierten Säcularfeier der Buchdruckerkunst. Hg, Karl Halthaus, Leipzig 1840.

35 Hs.: Östereichische National-Bibliothek, Wien. Sign.: Autograph 98/1-1.

36 Franz Dingelstedt: Rhöne-Fahrten. Briefe an eine Verlorne. In: Europa. Chronik der gebildeten Welt. Karlsruhe 1841, Bd. 2, S. 1-21, S. 56-70, besonders S. 70.

37 Franz Dingelstedts Jordanlied. Sonett Nr. XXXV in den Gedichten eines Lebendigen. Dingelstedt hatte Ein Osterwort aus Kurhessen im Schloßhofe zu Marburg dem dort seit August 1839 ohne Prozeß gefangengehaltenen Marburger Staatsrechtler und liberalen Politiker Sylvester Jordan gewidmet, das am 30. Mai 1840 gleichzeitig als Flugblatt in Marburg und im Stuttgarter Morgenblatt für gebildete Leser erschienen war.

38 Arnold Ruge (1802-1880), Junghegelianer, demokratischer Politiker, der mit Theodor Echtermeyer (1805-1844) von 1838-1841 die Hallischen Jahrbücher, ab Juli 1841-Januar 1843 die Deutschen Jahrbücher herausgab. Adressat und Datum erschließen sich aus den Angaben im Brief, den Herwegh fälschlich auf den 16. Februar datierte. Hs.: Stadt- und Landesbibliothek Dortmund , Sign.: 2376.

39 In der mit R. gezeichneten Rezension der Gedichte eines Lebendigen u.d.T. Neue Lyrik in den Deutschen Jahrbüchern, Nr. 63-66 vom 13.-16. September 1841.

40 Eines dieser Gedichte war das an Ferdinand Freiligrath gerichtete, das im zweiten Teil der Gedichte eines Lebendigen u. d. T. Die Partei aufgenommen wurde. Das ist dem Brief Ruges an Feuerbach vom 23. Januar 1842 zu entnehmen .Siehe: Ludwig Feuerbach, Briefwechsel II (1840-1844), Bd. 18 der Gesammelten Werke, hg. v. Werner Schuffenhauer, Berlin 1988, S. 154. Danach schrieb Ruge eine fingierte Pariser Korrespondenz an die Rheinische Zeitung, in der er nicht nur die wichtigsten Passagen aus Herweghs Brief verarbeitete, sondern auch das Gedicht vorstellte. Siehe [Arnold Ruge]: Deutsche in Paris. Paris, 24. Januar. In: Beiblatt zu Nr. 32 der Rheinischen Zeitung vom 1. Februar 1842. Alsdann veranlaßte er den Abdruck in den Sächsischen Vaterlandsblättern Nr. 14, 1842. In den Deutschen Jahrbüchern veröffentlichte Ruge das Gedicht innerhalb seiner Abhandlung Wer ist und wer ist nicht Partei? am 26. Februar 1842, Nr. 48, S. 190-192. In der Rheinische Zeitung erschien es einen Tag später, am 27. Februar in Nr. 58 u.d.T. An Ferdinand Freiligrath. Von Georg Herwegh in Paris.

41 Vermutlich Guido Görres (1805-1852 ), der mit Georg Philipps (1804-1872) seit 1838 in München die Historisch-politischen Blätter für das katholische Deutschland herausgab, eine militant-konservative Zeitschrift, die in Preußen seit dem „Kölner Kirchenstreit„ verboten war. Der Jg. 1841 enthielt eine sarkastische Besprechung der Gedichte eines Lebendigen (S. 433-439). Victor Aimé Huber (1800-1869), konservativer Schriftsteller in Berlin, der vom preußischen König unterstützt wurde.

42 Robert Eduard Prutz (1816-1872) Dichter, Literaturwissenschaftler, der den linken Hegelschülern nahe stand. Er versuchte zur Zeit der Aufnahme des Briefverkehrs mit Herwegh, an der Universität Jena zu habilitieren. Hs. (Abschrift): Sächsische Landes-Bibliothek Dresden. Sign.: Ms. Dresd. App. 497. Veröff.: Die Zeit, Wien, 3. 4. 1897, S. 6.

43 Nicht überliefert.

44 R. E. Prutz besprach im Beiblatt zur Rheinischen Zeitung, Nr. 90 und 93 vom 31. März und 3. April 1842 u. d. T. Zum Andenken Schillers das 1841 in Stuttgart erschienene Buch von Dr. J. H. Hennes: Andenken an Bartholomäus Fischenich. Meist aus Briefen von Schillers und Charlottens von Schiller.

45 Vgl. R. E. Prutz: Theodor Mundt, Thomas Müntzer. Ein deutscher Roman, 3 Bde., 1841. Deutsche Jahrbücher, Nr. 60-63 vom 12.-16. März 1842.

46 Es ging darum, bei den Wahlen zum Großen Rat – der Legislative des Kantons – im Mai 1842, die Parteien des Septemberputsches von 1839 aus der Regierung abzuwählen. An ihrer Spitze stand der Staatsrechtler Johann Caspar Buntschli (1808-1881). Als Schüler Savignys und Vertreter der historischen Rechtsschule versuchte er den romantischen Organismusgedanken auf den Staat zu übertragen. Er hatte sich mit Friedrich Rohmer (1814-1856), einem aus bayrisch Franken stammenden Schellingschüler verbündet, der seit April 1841 in Zürich lebte. Herwegh und Fröbel wurden durch einen seiner Anhänger und Landsmann Herweghs, Adolf Widmann (1818-1878), der schon 1840 in Follens Freundeskreis verkehrte, mit Friedrich Rohmer bekannt gemacht. Auf der Deutschlandsreise lernte Fröbel 1841 auch den Bruder Theodor Rohmer in Heidelberg kennen, dessen Schrift Deutschlands Beruf in der Gegenwart und Zukunft er im Literarischen Comptoir im Herbst 1841 herausbrachte.

47 Victor Aimé Huber ( 1800-1869), konservativer preußischer Publizist.

48 Es handelt sich um die Korrespondenzen in der Augsburger Allgemeinen Zeitung (AAZ) Nr. 99, 9. April 1842, Zürich 5. April, S. 789. Beilage zur AAZ Nr. 107, 17. April 1842, Zürich 11. April, S. 852. – Beilage zur AAZ Nr. 108, 18. April 1842, Zürich 12. April, S. 859-860. – AAZ Nr. 110, 20. April 1842, Zürich 16. April, S. 878. - AAZ Nr. 117, 27. April 1842, Zürich 23. April, S. 933. Wilhelm Schulz hat nach dem Honorarexemplar der Zeitung das Entgelt für diese Korrespondenzen entgegengenommen, sich aber gleichzeitig vom Chefredakteur Gustav Kolb am 17. Juni 1842 bescheinigen lassen, daß er nicht ihr Verfasser ist; veröffentlicht im Beobachter aus der östlichen Schweiz Nr. 46 u. 53 vom 9. Juni und 4. Juli 1843.

49 Die von Arnold Ruge herausgegebenen Anekdota zur neuesten deutschen Philosophie und Publizistik erschienen 1843 in Zürich und Winterthur.

50 R. E. Prutz: Karl von Bourbon. Tragödie in fünf Akten, Leipzig 1842.

51 Julius Fröbel (1805-1893) Professor für Mineralogie in Zürich, gründete Ende 1840 den Verlag des Literarischen Comptoirs in Zürich und Winterthur, der mit Herweghs Gedichten eines Lebendigen in Deutschland bekannt wurde. Kopie der Hs.: Herwegh-Archiv, Liestal. Sign.: BRH 1656. Die auf der Kopie hinzugefügte Angabe Berlin, im Nov. 1842 wird mit der Begründung ergänzt, daß Herwegh den Brief gleich nach der Ankunft in Berlin geschrieben hat, vor seiner Verlobung mit Emma Siegmund (1817-1904) am 13. November 1842. Veröff.: Einundzwanzig Bogen aus der Schweiz. Hg. v. G. Herwegh, Neuausgabe Leipzig 1989, S. 462-466.

52 Der deutsche Bote aus der Schweiz erschien seit Januar 1842 im Literarischen Comptoir . Seit September 1842 wurde in der Zeitschrift angekündigt, daß Herwegh die Redaktion übernehmen wird. Durch die Rücknahme des Debits in Preußen, dem faktischen Verbot im Dezember 1842 und Herweghs Ausweisung aus Zürich im März 1843 konnte das Vorhaben nicht realisiert werden.

53 Herwegh veröffentlichte das Gedicht Morgenruf zuerst, wie auch die meisten der nachfolgend genannten Beiträge für den Deutschen Boten in dem Sammelband Einundzwanzig Bogen aus der Schweiz. Erster Teil. Hg. v. Georg Herwegh, Zürich / Winterthur 1843, S. III-IV. Das Gedicht erschien danach im zweiten Band der Gedichte eines Lebendigen.

54 [Reinhold Jachmann]: Preußen seit der Einsetzung Arndt’s bis zur Absetzung Bauers. In: Einundzwanzig Bogen aus der Schweiz. Erster Teil. Zürich / Winterthur 1843, S. 1-32. Mit dem Vermerk „Aus den Einundzwanzig Bogen von Herwegh“ ist der Artikel anonym als Broschüre 1844 in Zürich und Winterthur separat herausgegeben worden.

55 [Friedrich Hecker]: Der badische Landtag von 1842. In: Einundzwanzig Bogen a.a.O. S. 33-55.

56 Nicht überliefert.

57 Einundzwanzig Bogen, a.a.O. S. 56-71.

58 Zuerst veröffentlicht in: Einundzwanzig Bogen, a.a.O. S. 72-73, danach im zweiten Band der Gedichte eines Lebendigen.

59 Julius Fröbels Aufsatz erschien u. d. T. Politik und soziales Leben im ersten Jahrgang des von ihm 1845 in Zürich herausgegebenen Deutschen Taschenbuches.

60 U.d.T. Die Eidgenossenschaft in Ludwig Seegers Lyrikband Der Sohn der Zeit. Freie Dichtungen (Zürich / Winterthur 1843, S. 322-334 ) erschienen.

61 R. E. Prutz hatte im Brief vom 24. August 1842 (Handschrift in der Zentralbibliothek Zürich, Sign. Ms ZII 8626-27) seine Gedichte. Neue Sammlung Julius Fröbel zum Verlag angeboten. Sie erschienen 1843 in Zürich und Winterthur.

62 [Moses Heß]: Sozialismus und Kommunismus. Vom Verfasser der europäischen Triarchie. In: Einundzwanzig Bogen, a. a. O. S. 74-91.

63 Der Aufsatz von Adolf Seeger erschien in den Einundzwanzig Bogen, a. a. O. S. 150-156.

64 Der Beitrag von F.O. [d.i. Friedrich Engels] stand unter der Rubrik Kritik der preußischen Zustände in den Einundzwanzig Bogen a.a.O. S. 189-196.

65 Außer dem schon genannten Aufsatz sind in den Einundzwanzig Bogen, a. a. O zwei weitere Abhandlungen von Moses Heß enthalten: Die eine und die ganze Freiheit ohne Nennung des Verfassers (S. 92-97) und Philosophie und Tat. Vom Verfasser der Europäischen Triarchie (d. i. M. Heß) S. 309-331.

66 In der Rubrik Kritik stehen in den Einundzwanzig Bogen, a. a. O. S. 269-334 literaturkritische Abhandlungen von Georg Herwegh und Nees von Esenbeck über Friedrich von Sallet; von Ludwig Seeger über Wilhelm Wackernagel und Jeremias Gotthelf.

67 Der Aufsatz erschien anonym in den Einundzwanzig Bogen, a.a.O. S. 204-206.

68 Die Einundzwanzig Bogen a.a.O. enthalten einen anonymen Aufsatz Die Schweiz. Die Jesuiten (S. 111-120).

69 Nicht überliefert.

70 Nicht nachweisbar.

71 Der Beitrag erschien anonym im zweiten Jahrgang des von Julius Fröbel herausgegebenen Deutschen Taschenbuchs Zürich 1846.

72 Michail Bakunin (1814-1876) schreibt noch am 19. Januar 1843 an Arnold Ruge und am 3. Februar 1843 an Emma Siegmund über diesen Artikel, der nicht überliefert ist. Vgl. M. Bakunin: Gesammelte Schriften und Briefe (russ.). Bd. 3: 1840-1849, Moskau 1935, S. 173-177 und Georg Herwegh’s Briefwechsel mit seiner Braut. Hg. unter Mitwirkung von V. Fleury und C. Haußmann v. M. Herwegh, Stuttgart 1906, S. 271-272.

73 Ev. ist dieser Beitrag identisch mit der im Verlag des Literarischen Comptoirs (Zürich / Winterthur) 1843 erschienenen fünfseitigen anonymen Broschüre: Verhandlungen des preußischen Provinzial-Landtags-Ausschusses über die Erhaltung und respective Wiederherstellung der Lehr- und Gewissensfreiheit in Preußen.

74 In den Deutschen Jahrbüchern ist keine Ankündigung des Deutschen Boten nachzuweisen, wohl aber in der Rheinischen Zeitung am 30. September 1842 in Nr. 273 und in der Beilage zur Augsburger Allgemeinen Zeitung in Nr. 291 vom 18. Oktober 1842 , S. 2326.

75 Otto Wigand (1795-1870), Leipziger Verleger u.a. der Hallischen und Deutschen Jahrbücher.

76 Sie ist nach der Anzeige in der Beilage zum Deutschen Boten aus der Schweiz Nr. 69 vom 31. August 1842, S. 318 Ende August ausgeliefert worden. Am 22. November 1842 meldete der Schweizer Republikaner, daß sie vergriffen und die fünfte Auflage unter der Presse sei, die noch 1842 erschien.

77 Ab der sechsten Auflage wurde dieser Rat befolgt. Sie kam 1843 in Zürich und Winterthur mit dem Vermerk „Wohlfeile Ausgabe. 6000 Ex“ heraus.

78 U. d. T. Aufruf in den Gedichten eines Lebendigen, Teil 1 erschienen.

79 Als „Freie“ bezeichneten sich ab 1842 die Berliner Junghegelianer um Bruno Bauer. Seit Juni 1842 waren sie durch zwei Korrespondenzartikel in den Königsberger Zeitung und im Frankfurter Journal (7. Juni 1842) der Öffentlichkeit als Atheisten gegenwärtig. Herwegh ist im Brief an die Redaktion der Rheinischen Zeitung vom 22. November 1842 auf sein Verhältnis zu den „Freien“ näher eingegangen.

80 Gustav Adolf Rochus von Rochow (1792-1847) war von 1834 bis 1842 preußischer Innenminister, der allerdings schon am 13. Juni 1842 vom König aus dem Amt entlassen worden war.

81 Bruno Bauer: Die gute Sache der Freiheit und meine eigene Angelegenheit. Zürich / Winterthur 1842. Im Anhang geht Bauer auf die gerade erschienene Publikation ein: Gutachten der evangelisch-theologischen Fakultät der Königlich-Preußischen Universitäten über den Lizentiaten Bruno Bauer in Beziehung auf dessen Kritik der evangelischen Geschichte der Synoptiker. Im Auftrage des vorgesetzten, Hohen Ministeriums herausgegebenen von der evangelisch-theologischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität, Berlin (Ferdinand Dümmler) 1842.

82 Heinrich Theodor von Schön (1773-1856). Der langjährige Oberpräsident der Provinz Ostpreußen war am 3. Juni 1842 vom König entlassen worden.

83 Herwegh wurde am 5. März 1843 in den Bürgerverband der Gemeinde Augst aufgenommen. Am 10. April 1843 erhielt er das Staatsbürgerrecht des Kantons Baselland.

84 Nicht nachzuweisen. Über den Rohmer-Prozeß ist nur eine Korrespondenz von der nördlichen Schweizergrenze vom 3. November 1842 in der Leipziger Allgemeinen Zeitung Nr. 314 vom 10. November 1842 enthalten. Zu den Auseinandersetzungen mit den Gebrüdern Rohmer siehe den Brief an Robert E. Prutz vom 8. April 1842.

85 [Johann Jacoby (1805-1877)]: Der Minister Eichhorn. In: Einundzwanzig Bogen ,a.a.O. S. 197-204.

86 In den Einundzwanzig Bogen, a.a.O. ist nur eine Korrespondenz Aus Königsberg(S. 242-243) enthalten.

87 Sie ist nicht überliefert. Im Nachlaß (Herwegh-Archiv Liestal ) finden sich lediglich in den Prosafragmenten Notizen zur Einleitung.

88 Am 3. September 1842 bot Arnold Ruge Julius Fröbel den Verlag der für die Deutschen Jahrbücher geschriebenen, von der Zensur gestrichenen oder ihr nicht vorgelegten Beiträge an. (Vgl. A. Ruges Briefwechsel und Tagebuchblätter. Hg. Paul Nerrlich. Berlin 1896, Bd. 1, S. 279-280). Sie erschienen in zwei Bänden 1843 in Zürich und Winterthur u. d. T. Anekdota zur neuesten deutschen Philosophie und Publizistik von Bruno Bauer, Ludwig Feuerbach, Friedrich Köppen, Karl Nauwerck, Arnold Ruge und einigen Ungenannten. Hg. v. Arnold Ruge.

89 Deutsches Literaturarchiv Marbach Sign.: D: Herwegh 93.38.1/15. Veröff.: Georg Herwegh’s Briefwechsel mit seiner Braut. Hg. unter Mitwirkung v. V. Fleury u. C. Haußmann v. Marcel Herwegh, 2. Aufl., Stuttgart 1906, S. 104-106.

90 Nach seiner Ausweisung aus Preußen am 28. Dezember 1842 hatte sich Herwegh mit Emma Siegmund in Begleitung ihres Bruders Gustav Siegmund am 29. Dezember 1842 nach Leipzig begeben. Er reiste nach zwei Tagen über Frankfurt am Main und Karlsruhe nach Straßburg, währende Emma sich nach Halle begab.

91 Herwegh greift eine Anspielung aus dem am 7. Januar 1843 von Michail Bakunin an Emma Siegmund geschriebenen Brief auf. Bakunin reiste ab Karlsruhe gemeinsam mit Herwegh. (Vgl. Georg Herwegh’s Briefwechsel, a.a.O., S. 270.)

92 Das Verhalten der deutschen Presse Herwegh gegenüber thematisierte Moritz Fleischer (1809-1876) im Aufsatz Georg Herwegh und das deutsche Publikum in der Rheinischen Zeitung (Beiblatt zu Nr. 80 vom 21. März 1843).

93 Die Augsburger Allgemeinen Zeitung meldete am 3. Januar 1843 auf S. 23, daß Herwegh sich nur vier Wochen in Zürich aufhalten darf.

94 Herwegh wurde am 5. März 1843 in den Bürgerverband der Gemeinde Augst aufgenommen. Am 10. April 1843 erhielt er das Staatsbürgerrecht des Kantons Baselland.

95 Minna Caspari (gest. 1860) und Fanny Piaget (gest. 1899).

Georg Herwegh

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